Solothurn
Nicht alle Aussteller sind zufrieden mit dem Besucheraufmarsch

Die siebte Auflage der Eigenheim-Messe im Solothurner CIS-Sportcenter zog Besucher aus der ganzen Schweiz an. Nicht alle Aussteller sind aber zufrieden mit dem Besucheraufmarsch.

Katharina Arni-Howald
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Blick in die CIS-Halle, wo die Eigenheim-Messe 2013 stattfand.

Blick in die CIS-Halle, wo die Eigenheim-Messe 2013 stattfand.

Andreas Kaufmann

«Heute ist Kinderwagentag», lächelt Messeleiter Benno Krämer kurz nach der Türöffnung am Sonntagmorgen, und die Dame, die einer jungen Familie Eintritt gewährt, fragt den Nachwuchs freundlich: «Wollt ihr ein Schöggeli?» Zu den Frühaufstehern gehört auch ein älteres Ehepaar, das bald danach an einem Stand für Solaranlagen anzutreffen ist.

Es dauert noch ein paar Stunden, bis Benno Krämer Bilanz ziehen kann, doch er ist zuversichtlich: «Ich rechne damit, dass wir die 8000er-Grenze knacken können.» Die ersten drei Tage seien vielversprechend gewesen, und «der Sonntag ist erfahrungsgemäss unser wichtigster und bester Tag». Was daraus abzuleiten ist? Der wirblige Messefachmann, der Aussteller und Mitarbeitende zu einer grossen Familie zusammengeschweisst hat, zögert mit der Antwort nicht: «Wohneigentum ist nach wie vor eine der wichtigsten und sichersten Anlagemöglichkeiten.»

Dazu komme, dass auch junge Leute trotz anderer Familienstrukturen davon träumten, in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. Sich den neuen Lebensgewohnheiten anzupassen, stelle die Aussteller vor grosse Herausforderungen, ist Krämer überzeugt. Ein weiterer Grund, weshalb die Ausstellung boome, sei, dass in der Schweiz rund 60 Prozent aller Einfamilienhäuser renovationsbedürftig seien und vielerorts ein Generationenwechsel stattfinde.

Probebaden im Whirlpool

In Anbetracht der Berufstätigkeit beider Ehepartner ist für die ms Haustechnik GmbH die Hausautomatik ein grosses Thema. «Wir haben viel Informationsarbeit geleistet», sagt Geschäftsführer Marcel Schäfer. Vor allem junge, energiebewusste Leute seien fasziniert von den Möglichkeiten, die sich mit dem digitalen Strom und den anwesenheitsbezogenen und Einzelraumheizungssystemen ergäben. Angesichts der damit erreichten Stromersparnis darf man sich ohne schlechtes Gewissen einen Badetuchwärmer gönnen, den ein Ehepaar fasziniert bestaunt.

Messeleiter Benno Krämer
8 Bilder
Irene Froelicher, Präsidentin Pro Holz Solothurn
Irene Froelicher (Präsidentin Pro Holz Kanton Solothurn), flankiert von der Eigenheim-Messeleitung mit Monika und Benno Krämer
Holz steht im Zentrum der Messe
Holz steht im Zentrum der Messe
Eröffnungsgäste der Ausstellung
Die Grüne Oase mit Bonsai und bonsaiähnlichen Gewächsen
Die Grüne Oase mit Bonsai und bonsaiähnlichen Gewächsen

Messeleiter Benno Krämer

Andi Kaufmann

An einer Messe haben die Leute die Möglichkeit, Vergleiche anzustellen», sagt Matthias Michel von der Haustechnikfirma Michel & Weber, die mit ihren Whirlpools punktet. «Die Preise dieses Lifestyleprodukts sind in den letzten Jahren gefallen und somit nicht mehr bloss einer Oberschicht vorbehalten.» Die Interessierten haben die beiden Geschäftsinhaber zu einem Probebaden in den betriebseigenen Schauraum eingeladen. «Schliesslich macht man mit einem Auto auch eine Probefahrt», so Matthias Michel.

Interesse an Solaranlagen rückläufig

Weniger zufrieden mit dem Geschäftsgang an der Messe ist Nino Joller von der Helion Solar AG, «Solaranlagen sind zwar nach wie vor aktuell, aber wir spüren, dass das Interesse zurückgegangen ist.» Dafür verantwortlich macht er den düsteren Winter, der auf die Solarstimmung drücke. Deutlich im Trend seien dagegen die Indachanlagen, die dann zum Zuge kämen, wenn eine Dachsanierung notwendig werde. «Der Bauherr erspart sich so eine teure Dacheindeckung.»

Ganz auf Lifestyle eingestellt hat sich in der grünen Oase auch die Gartenbaufirma Flury-Emch. Im Vordergrund stehen edle Gartenmöbel, die sich in einer Gartenlounge ebenso gut machen wie auf einer grossen Terrasse. Ganz zufrieden mit dem Geschäftsgang ist Peter Emch nicht: «Am Donnerstag und Freitag hatte es wenig Besucher. Die Messeleitung sollte sich darüber Gedanken machen, ob man an diesen beiden Abenden nicht einen Gratiseintritt einführen könnte.»

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