Mehr als anderthalb Jahre lang hat Marco Widmer am «goldenen Ufer» der Aare den Restaurationsbetrieb des Palais Besenval geführt. Am Dienstag jedoch ging diese Wirte-Ära zu Ende: «Die Widmer Gastro AG ist aus dem Vertrag ausgestiegen», informierte Daniel Siegenthaler, Direktor des Ramada Hotel Solothurn, auf Anfrage. Ramada als Pächterin des Besenval hatte per September 2010 Widmer als Unterpächter eingesetzt. Zuvor war dieser als Gastro-Fachmann bereits beim AlpenRock Kloten und bei der AutoGrill AG tätig.

Auf Nachfrage bestätigt Widmer die Konkurseröffnung. «Dabei wäre es ein Traumbetrieb für mich gewesen. Doch der Segen ist auch ein Fluch, wenn man die hohen Infrastrukturkosten betrachtet.» Letztlich sei die Durststrecke einfach zu lang gewesen. Sein Bedauern gilt insbesondere der Feststellung, dass «wir jetzt, nach eineinhalb Jahren der Imagepflege und des Qualitätsaufbaus hätten ernten können.» Ausserdem habe er sich noch bis zum letzten Moment bemüht, Investoren zu finden, um den Betrieb zu stützen. «Jetzt gilt es für mich, nach vorne zu schauen, auch wenn ich noch nichts in Aussicht habe.» Zuguterletzt habe er alles drangesetzt, die Übergabe so nahtlos wie möglich zu machen.

Mehr Event-Gastronomie

«Der Betrieb im Besenval geht ohne Unterbruch weiter», bestätigt Daniel Siegenthaler. «Es ist bereits eine neue Phase in Kraft getreten.» So hat die Ramada eine Tochtergesellschaft unter dem Namen «Palais Besenval und Landhaus Event-Gastronomie AG» gegründet, die den Betrieb im Besenval fortführen wird. Dem Namen entsprechend wird sie auch weiterhin die Catering-Dienstleistungen für Landhaus-Anlässe sicherstellen. Mit der nahtlosen Übernahme seien auch die zwischenzeitlich gebuchten Anlässe gesichert. Ein Geschäftsführer soll in den nächsten zwei Monaten erkoren werden. Unterdessen wird Siegenthaler selbst interimistisch für die Leitung verantwortlich zeichnen. «Und das Personal von rund 20 Personen konnten wir übernehmen, natürlich mit neuen Arbeitsverträgen.»

Der Name der neu gegründeten Unternehmung lässt es bereits vermuten: Event-Gastronomie soll ein besonderer Schwerpunkt unter der neuen Ägide werden. «Neben der Durchführung unseres Kerngeschäfts der Seminare werden wird mit besonderen Aktionen – aktuell natürlich Frühlingsaktionen – auffahren.» Darüber hinaus sollen kulinarische und kulturelle Events stattfinden. «Dies hat in der Vergangenheit ein wenig gefehlt, deshalb wollen wir es nun verstärkt fördern.» Doch auch die Seminarmeile als Ganzes soll angebotsmässig erweitert werden. Darüber hinaus streicht Siegenthaler das Konzept der Seminarmeile hervor, «denn diese ist und bleibt zentral. Schliesslich können wir mit dem Hotel und den Seminarräumen im Ramada allein nicht alles bewältigen.» Deshalb gehöre auch das Besenval zum Seminar-Konzept. Auf die Frage nach einer möglichen «Expansion» der Seminarmeile macht Siegenthaler hingegen geltend, das diese aktuell kein Thema sei.

Landhaus-Catering bleibt gesichert

Der Name der neuen AG selbst ist wie erwähnt auch ein Bekenntnis für die Kontinuität im Landhaus-Catering. Gerade deshalb dürfte auch die Stadt Solothurn die nahtlose Weiterführung des Restaurationsbetriebs mit Zufriedenheit zur Kenntnis nehmen: Als Besitzerin des Landhauses mit vielen auch eingemieteten Anlässen war und ist sie von den Catering-Dienstleistungen des Besenval abhängig. Konkret: Wer einen Anlass im Landhaus durchführt, muss auf das Catering des Besenval respektive des Ramada zurückgreifen. «Und zurzeit finden praktisch jede Woche dort Anlässe statt», stellt Stadtschreiber Hansjörg Boll fest. Darüber hinaus ist die Dienstleistung ungeachtet der aktuellen Rochade gesichert, wie er anfügt: «Wir haben bei der Vertragsschliessung darauf beharrt, dass das Ramada auch im Falle einer Unterverpachtung Vertragspartner in Sachen Catering bleibt.» Damit dürften die Nutzer des Landhauses auch künftig nicht vor leeren AperoTischchen stehen.