Nur kurz war Ende März die Freude bei der Regio Energie Solothurn über den Entscheid des Regierungsrates, eine Einsprache gegen das geplante Reservoir Königshof abzuweisen. Denn das Ehepaar, wohnhaft an der Gemeindegrenze von Solothurn, hatte den Entscheid für das Bauvorhaben auf Rüttener Boden ans Verwaltungsgericht weitergezogen, wie Sandra Hungerbühler, Mediensprecherin der Regio Energie Solothurn, auf Anfrage bestätigt.

Damit dürfte das 2015 im März lanciert Reservoir-Projekte weitere Monate blockiert bleiben, was sich auf die Wasserversorgung auch von Solothurn auswirken könnte. Denn das neue Reservoir hätte das bisherige, alte an der Bergstrasse im Steingrubenquartier ersetzen sollen. Dazu nochmals Hungerbühler: «Schlimmstenfalls muss das alte Reservoir für die verbleibende Zeit bis zum Neubau saniert werden, damit genügend Frischwasser zur Verfügung steht.»

Bedenken waren auf dem Tisch

Überraschend kam für den städtischen Energie- und Wasserversorger die Verzögerung keineswegs. Denn Bedenken waren schon an einer Anwohnerorientierung vor drei Jahren gegen den 51 Meter langen und 21 Meter breiten Neubau laut geworden. Vor allem, weil man dazu mitten im Wald eine Rodung vornehmen muss. «Wir hätten das Reservoir auch lieber am Waldrand vorne gehabt», wurde damals von der Projektleitung begründet, aber man müsse sich an die Auflage des Kantons halten, den Waldsaum zu bewahren.

Auch der Anschluss ans Wasserleitungsnetz – 40 cm misst die Leitung im Durchmesser – gab damals zu reden. War doch der Leitungsstrang nahe am Bebauungsgebiet hinunter ins Steingrubenquartier geplant, um dann über einen Einbau bei der Brüggmoos- und Amanz-Gressly-Strasse den Anschlusspunkt beim Altwyberhüsli (Kreuzung Herrenweg/Untere Steingrubenstrasse) zu erreichen.

Vor drei Jahren war die Rede von einer weiteren Einsprache, die gegen den Leitungsbau erhoben worden sei. Aber derzeit liege keine weitere vor, bestätigen sowohl die Regio Energie Solothurn sowie Urs F. Meyer, Leiter des städtischen Rechtsdienstes.

Das neue Reservoir soll eine Kapazität von 4000 Kubikmetern Wasser und eine zusätzlich Löschwasserreserve von 1000 Kubikmeter aufweisen. Aus vier Standorten wurde derjenige beim Königshof als optimal evaluiert, weil er genau auf der 500-Meter-Höhenkurve liegt.

Der Wald macht Sorgen

Nun, optimal ist der Standort für das einsprechende Ehepaar keineswegs. Es hinterfragt, warum die Umgebung des Königshofs vom Regierungsrat geschützt wird, die dahinter liegende Wald-Parzelle aber nicht. Zudem würden mehr als 5000 Quadratmeter Wald gerodet, und deshalb hätte das Bundesamt für Umwelt das Projekt prüfen müssen.

Auch befürchten die Einsprecher eine eigentliche Deponie und damit den Verlust von Lebensraum für die Vogelwelt sowie den im fraglichen Gebiet vorkommenden, selten gewordenen Glögglifrosch (Geburtshelferkröte). Insbesondere sorgt sich das Ehepaar aber auch um die eigene Sicherheit: Die wenigen stehengelassenen Bäume am Waldrand seien danach viel windanfälliger und könnten auf ihre Liegenschaft stürzen.

Dies hält der Regierungsrat in seiner Abweisung der Einsprache für wenig wahrscheinlich, da zwischen der Liegenschaft und dem Wald eine Freihaltezone mit einer Raumtiefe von 15 bis 19 Meter liege. Zur Rodungsfläche der Waldparzelle, welche der Bürgergemeinde Solothurn gehört und von der Regio Energie erworben wird, hält man fest, dass diese nur 3440 Quadratmeter umfasse – 3130 davon würden nur temporär und lediglich 310 Quadratmeter definitiv gerodet. Für letztere Fläche müsse in Subingen eine Ersatz-Aufforstung vorgenommen werden.

Zum Tier- und Artenschutz verweist der Regierungsrat auf eine Vielzahl von Massnahmen, die mit und nach dem Bau des Reservoirs getroffen werden müssten – so sind insbesondere nach Bauende südlich des Reservoirs zehn Ast- und Steinhaufen zu platzieren, die Tieren als Lebensraum dienen können. Abgewiesen wird die Einsprache aber auch generell, weil das Vorhaben von «grossem öffentlichen Interesse»» sei, was den Eingriff in der Waldparzelle rechtfertige.