Solothurn
Neues Bauprojekt in der Vorstadt: Für die ehemalige Oetterli-Fabrik liegen nun Pläne vor

Nach eineinhalb Jahren der Planung liegt nun das Baugesuch für das seit 2017 leerstehende Gebäude an der Niklaus-Konrad-Strasse 4 auf.

Judith Frei
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Das alte Oetterli-Fabrikgebäude soll nächstes Jahr abgerissen werden.

Das alte Oetterli-Fabrikgebäude soll nächstes Jahr abgerissen werden.

Hanspeter Bärtschi

Das ehemalige Fabrikgebäude der Oetterli & Co. AG gegenüber der Berufsschule steht schon seit 2017 leer, genutzt werden nur noch einige Parkplätze im Innenhof. Jetzt stehen Bauprofile auf dem Flachdach und das Baugesuch liegt noch bis zum 17. Dezember auf. Gekauft wurde das Gebäude 2017 von Acama Immobilien AG. Die IGD Grüter AG , ein Architektur- und Totalunternehmen aus Dagmersellen, realisiert das Projekt.

«Es ist eher schwierig, in einem solchen Quartier zu bauen», erklärt der Besitzer und Investor, Alois Grüter. Denn das Land liegt im Ortsbildschutzgebiet. Das heisst, es gelten erhöhte Anforderungen an das Projekt. Das 1895 durch den Kaufmann August Oetterli-Mäder erbaute Fabrikgebäude steht jedoch nicht unter Schutz. Bis 2017 wurde dort Kaffee geröstet und Essig hergestellt.

Ein Gremium begleitet das Projekt

Damit man den Anforderungen gerecht wird, wurde im Mai 2019 ein Begleitgremium unter der Leitung des Stadtbauamtes aufgestellt, das sich aus Experten der Stadt– wie beispielsweise Pius Flury von der Altstadtkommission – und einem Team von Architekten zusammensetzten. Das Gremium hat sich mit dem Quartier auseinandergesetzt und man habe sich an den Gebäuden links und rechts orientiert. «Ästhetisch reiht sich das neue Haus gut in die bestehende Häuserzeile ein», ist Grüter überzeugt.

Man hätte sich auch für einen Baustil entscheiden können, bei dem sich das Gebäude von den umliegenden abheben würde. Doch man habe sich für ein Gebäude entschieden, das sich unauffällig ins Ortsbild einfügt. Das Gebäude wird um einiges Höher als das jetzige Gebäude, bleibt aber kleiner als die Nachbarhäuser. Die Fassade orientiere sich mit dem Sichtbeton und Erkern an den umliegenden Häusern.

In der Stadt bauen ist eine Herausforderung

Im Untergrund werden Einstellhallen und Kellerabteile entstehen. Im Erdgeschoss wird Raum für publikumsbezogenes Gewerbe und Dienstleistungen geschaffen. «Wir haben schon zahlreiche unterschiedliche Interessenten», erklärt Grüter. So haben sie beispielsweise Anfragen von einer Kita und einem Coiffeursalon. Wer genau einen Platz an der Niklaus-Konrad-­Strasse bekommt, wird erst in einem nächsten Schritt entschieden. Im ersten Obergeschoss werden weitere Büros entstehen.

In den vier oberen Geschossen und dem Dachgeschoss gibt es insgesamt 26 Wohnungen, entweder mit 2 1⁄2 oder 3 1⁄2 Zimmer. Es war Wunsch des Begleitgremiums der Stadt, dass die Parkplätze im Innenhof zugänglich bleiben. Der Korridor zum Innenhof zwischen dem Fabrikgebäude und dem gelben Eckhaus bleibt also unverändert.

Lange Planungsphase für solches Projekt üblich

Die Bauarbeiten werden, wenn alles nach Plan läuft, im Sommer beginnen. Von Planungsbeginn bis zum Baubeginn werden damit rund zwei Jahre verstrichen sein. Diese Zeitspanne sei für ein solches Projekt normal, sagt Alois Grüter. «In einer Stadt zu bauen, ist logistisch schwierig», erklärt Alois Grüter. Je nach Bauphase werden die Arbeiten mehr oder weniger aufwendig. So kann es sein, dass während der Abbruchphase und den Untergrundarbeiten die Strasse teilweise abgesperrt werden muss. Die Bauarbeiten werden bestimmt eineinhalb Jahre dauern und werden frühestens Ende 2023 abgeschlossen sein. Kostenpunkt: über 20 Millionen Franken.

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