Die Frühjahrsdegustation des Rebgutes der Bürgergemeinde Solothurn ist längst zur lieb gewordenen Institution geworden. Diesmal haben die Verantwortlichen das stilvolle Palais Besenval als Ort gewählt und Betriebsleiter Christoph Kaser hat nicht nur die 2015er-Weine, sondern auch das gestraffte Sortiment und die neuen Etiketten vorgestellt.

Es ist schwer, gegen alte Ess-, Trink- und Sehgewohnheiten anzugehen, und trotzdem ist alles in Bewegung. Die Lösung dieses Zwiespalts ist das Weingut Domaine de Soleure, das als Stiftung zur Bürgergemeinde Solothurn gehört, längst angegangen. So reduzierte es früh die Chasselas-Flächen und bot Sauvignon blanc an, als andere erst die Rebe pflanzten.

Vieles hat sich verändert

Der Wandel zeigte sich zudem auf der Etikette. Die seinerzeitige musste geändert werden, als 2006 die Besitzverhältnisse rund um das Bürgerspital, zu dem das Rebgut gehörte, neu geregelt wurden – «Hopital» konnte nicht mehr erscheinen. Die «neuen» Etiketten gaben, zwar grafisch korrekt und modern, aber auf eine Andeutung des Solothurner Wappens reduziert, zu teils heftigen Diskussionen Anlass – die emotionale Nähe zu Solothurn wurde vermisst. Eine weitere Umgestaltung drängte sich auch wegen veränderten Vertriebswegen auf – das Internet wird immer wichtiger.

In dieselbe Richtung weist auch die Straffung des Sortiments hin, die auf Frühjahr 2015 erfolgte. Es wurde in drei Segmente gegliedert: Premium-, Flaschen- und Halbliterqualität. Wobei Premium für im Holz ausgebaute Weine steht. Sie sind, wie die Flaschenqualitäten, in 0,75 Liter Burgunderflaschen, und die Halbliterqualitäten in 0,5 Liter (so genannten Top 50 Flaschen) erhältlich. Pro Segment wird maximal ein Wein je Traubensorte angeboten. Es sind dies: Oeil-de-Perdrix, Pinot Noir, Merlot und Malbec-Merlot, dazu die weissen Chasselas, Sauvignon Blanc und Chardonnay sowie Mousseux brut, der Neue im Sortiment.

Laut Kaser, Betriebsleiter der Domaine de Soleure, stand hinter der Straffung des Sortimentes das Ziel, Übersicht und Raum für neue Weine und Traubensorten zu schaffen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ergaben sich Vorteile durch Vereinfachung bei Etiketten, Lagerführung, Fakturierung und Distribution.

So degustierten und diskutierten am Anlass viele Weinfreunde Weisse und Rote von Bieler- und Neuenburgersee. Erschöpfend Auskunft gibt die ausgezeichnet gestaltete und pünktlich auf die Degustation hin aufgeschaltete Website domaine-de-soleure.ch.