Unzählige Fasnachtsartikel haben an der diesjährigen Fasnachtsbörse im Reformierten Kirchgemeindehaus in der Weststadt ihre Besitzer gewechselt. Ob gross, klein, jung oder alt, es gab für alle etwas.

«10 Stutz für diese Maske, die nehme ich.» Den beiden Frauen, die eifrig miteinander diskutieren, ist die Freude über das reichhaltige Angebot an Fasnachtsarktikeln ins Gesicht geschrieben. Nebenan bedrängt ein kleiner Junge seine Mutter: «Mami, do isch e Samichlaus, chani dä ha?»

Dazwischen zückt ein Vater sein Handy. Das süsse knallgelbe Entenkostüm steht seinem Sohn wie angegossen. Auch der Junge, der sich in einen Frosch verwandelt hat, tanzt zufrieden zwischen den Kleiderständern hin und her und die Mama sagt: «mega cool.»
«Sie können da ein kleines Fädeli machen», berät eine Mitarbeiterin eine Fasnächtlerin, die das Kleid etwas enger haben möchte.

Gleich drei Börsenteam-Frauen stehen im Chesslerhemd neben einem Herrn im mittleren Alter, der froh ist über die kompetente Beratung. «Man muss sich unter dem Kleid warm anziehen können», sagt die eine, während eine andere auf der Suche nach Alternativen ist. Der Kälte trotzen kann man auch, wenn man warme Schuhe anzieht. Gold wert sind da die «Holzböden» die eine Glückliche zur Kasse trägt.

Die Fasnachtskleiderbörse findet zum ersten Mal im reformierten Pfarrhaus an der Areggerstrasse statt. Wegen Restaurierungsarbeiten in der Marienkirche musste die Lokalität einmal mehr gewechselt werden.

Das hat sich gelohnt. Eine Besucherin ist hocher-freut: «Es ist gross und übersichtlich hier, und es gibt genügend Platz zum Anprobieren.» Diese Ansicht teilt auch Nicole Jenni, die zum zehnköpfigen Kern des Börsenteams gehört: «Wir sind sehr zufrieden mit diesem Saal und hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr hier sein können.» Unterstützt wird das Team heuer von zehn Mitarbeitenden, die sichtlich Spass haben an ihrer Arbeit.

Die Ständer haben sich gelichtet und Nina Allemann überbringt eine gute Nachricht: «Es wurden uns 560 Artikel zur Verfügung gestellt, das sind 100 mehr als im Vorjahr.» Mit eingerechnet sind nebst den Kleidern Einzelteile, Masken und sonstiges Kleinzubehör. Selbst ein zu einem Kostüm passender Scooter ist dabei. Erfreulich ist auch die grosse Anzahl von überaus bunten Kinderkostümen, in die man den Nachwuchs warm einpacken kann.

Dass beim Fasnachtskleiderverkauf immer auch für das Team ein kleiner Gewinn herausschaut, ist erfreulich. Aber, so Nicole Jenni: «Wir sind keine gewinnorientierte Organisation. Einen grossen Teil des Gewinns stellen wir dem Nachwuchs zur Verfügung.» Seit letztem Jahr werden drei Gruppen, die am Kinderumzug teilnehmen, auser-wählt. «Sie erhalten Konfettis, weil wir möchten, dass die Fasnacht weiterlebt.»