Kommentar

Neuer Schub für «Wasserstadt»: Ein Stolperstein weniger

Der Kanton unterstützt die geplante «Wasserstadt» in Solothurn als «Siedlungsgebiet von übergeordneter Bedeutung».zvg

Der Kanton unterstützt die geplante «Wasserstadt» in Solothurn als «Siedlungsgebiet von übergeordneter Bedeutung».zvg

Wie hat doch der deutsche Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt einmal so unschön gesagt: «Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.» Ivo Bracher hat eine Vision: Er kämpft seit Jahren unermüdlich an vorderster Front für eine Lagunenstadt an der Aare.

Das ist beeindruckend. Zum Arzt muss er deshalb sicher nicht. Vielleicht hätte er aber mit seiner Vision nicht zu Stadt und Kanton Solothurn gehen sollen. Diesen Eindruck erhält man jedenfalls, wenn man seine wiederkehrenden Klagen hört und die Verzögerungen bei der Sanierung des Stadtmists verfolgt. Man kann sicher nicht behaupten, dass die Behörden mit Euphorie ans Werk gehen, um Brachers Vision zum Fliegen zu bringen.

Vielleicht ist aber die Vision eines «national ausstrahlenden Leuchtturms» auch einfach etwas gar gross für unsere kleine Stadt und diesen fast zur Magersucht verschlankten Kanton. Beide können nämlich mit ihren beschränkten Personalressourcen nicht mithalten, wenn Investoren am liebsten gestern als morgen bauen möchten.

Kommt hinzu, dass die Mühlen in einer Demokratie und einem Rechtsstaat zwangsläufig langsam mahlen. Das müsste eigentlich auch Ivo Bracher wissen. Hat er den Investoren und interessierten Hauskäufern zu früh Hoffnungen gemacht? Geht es im Projekt nicht weiter, drohen sie abzuspringen. Heute aber erhalten sie endlich wieder mal eine positive Nachricht. Brachers Druck hat etwas bewirkt: Der Kanton nimmt die «Wasserstadt» in den Richtplan auf. Ein wichtiger planerischer Schritt zur Umsetzung der Vision ist getan.

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass noch viel Wasser die Aare hinabfliesst, bis die ersten Bewohner in der Wasserstadt einziehen.

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