Viel Volk aus Feldbrunnen/St. Niklaus und Solothurn drängte sich auf dem Klosterplatz, um seine Feuerwehr anlässlich deren Hauptübung zu inspizieren. Schon der Auftritt der Feuerwehr beeindruckte: Unüberhörbar nahm sie mit ihren 16 Fahrzeugen, vom ältesten (Packard mit Jahrgang 1928) bis zu den beiden neusten Fahrzeugen Besitz vom Klosterplatz. Letztere erschienen durch einen Rauchvorhang und wurden von den Auswahlgruppenchefs vorgestellt.

Das neue Kommandofahrzeug für die Einsatzleitung, das jeweils als erstes auf dem Schadenplatz eintreffen soll, ist mit Kommunikationsmitteln und Kleinlöschmaterial für einen Ersteinsatz ausgerüstet. Es folgt seinem 15-jährigen Vorläufer und hat 100’000 Franken gekostet.

Tanklöschfahrzeug vollausgerüstet

Eindrücklich auch das neue Tanklöschfahrzeug (TLF) für 500’000 Franken, das einen Vorgänger ablöst, der 27 Jahre lang seinen Dienst getan hat. Es wird mit sieben Personen besetzt und führt 3000 Liter Wasser und 200 Liter Netzmittel mit. Dazu enthält es ein eigentliches Materiallager, zu dem auch Pionier- und Beleuchtungsgerätschaften gehören, so etwa Scheinwerfer und eine Rundumbeleuchtung. Dieser Inhalt ist neu geordnet und zum Teil in den ausschwenkbaren Türen untergebracht, was einen noch schnelleren Zugriff erlaubt.

Vorab bei der Jugend stiess wie üblich die mächtige Autodrehleiter auf Begeisterung. Aber auch die Fahrzeuge für den Schadendienst und die Chemiewehr so wie die Ölsperre mit über 300 Metern Länge beeindruckten.

Stadtpräsident Kurt Fluri betonte, wie vor ihm Claudia Brändle, die das TLF übergeben hatte, den hohen Stellenwert des Vertrauens, das zwischen Lieferanten und Feuerwehr sowie zwischen ihr und der Bevölkerung sowie den Behörden herrsche. Er bedankte sich beim abtretenden Kommandanten Oberstleutnant Martin Allemann und freute sich, dass man in Boris Anderegg einen Nachfolger aus den eigenen Reihen habe finden können. Anderegg erhielt aus den Händen seines Vorgängers das Kommandantenbeil und revanchierte sich mit dem Ehrenbeil – auch ein pensionierter Feuerwehrler ohne Beil ist unvorstellbar.

Der neue Kommandant

Der neue Kommandant, Major Boris Anderegg, ist auch schweizerischer Feuerwehrinstruktor und Kurskommandant. Er ist in der Solothurner Feuerwehr verwurzelt. Seit 18 Jahren gehört er dem Korps an, seit drei Jahren amtete er als Vizekommandant. Was sieht er als grösste Herausforderung auf sich zukommen? «Im richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheide fällen – das ist und bleibt zentral. Die Mannschaft muss ständig ergänzt, weitergebildet und beübt werden, so werden Einsätze effizient und die Unfallgefahr kleiner.»

Alle reden von Digitalisierung, die Feuerwehr auch? Anderegg, Fachmann im IT-Gebiet: «Die Kernaufgabe der Feuerwehr mit Schlauchverlegen, Pumpen, Löschen, Autowracks aufschneiden und dergleichen bleibt Handwerk. Digitale Mittel wirken mehr im Hintergrund, können aber Material und Arbeit leichter machen. Für Spezielles, wie etwa den Einsatz von Drohnen, haben wir geeignete Partner.»