Urs Alber «wärmt» sich für den baldigen Saisonstart nach den Sommerferien auf – als ob die derzeitige Hitze unter dem Konzertsaal-Gewölbe nicht genug wäre. Seit 1. Juli ist der 48-Jährige der neue Hauswart des Konzertsaals und übernimmt so die Nachfolge von Anton Dahinden, der seinerseits zuvor während 36 Jahren zum Rechten schaute. Aber eben: Die Ruhe vor dem Sturm der Anlässe gibts nicht für den frischgebackenen Hauswart. Als eine der ersten Amtshandlungen Albers läuft zurzeit die sommerübliche Gesamtreinigung des Gebäudes. Ausserdem bereitet er den Grossen Konzertsaal als Schlechtwetter-Spielstätte vor: «Cantus Firmus» führt vom 7. bis 15. August die Semi-Opera Sommernachtstraum beim Schloss Waldegg durch – dort aber eben nur bei guter Witterung.

Immerhin ermöglichen die Vorbereitungen ihm einen schrittweisen Einstieg in seine neue berufliche Tätigkeit. «Einiges ist Neuland», sagt Urs Alber bescheiden, der zuvor als Lieferant in der Möbelbranche tätig war. Obschon – sein Arbeitsplatz selbst ist ihm so unvertraut auch wieder nicht: «Seit früh hatte ich zum Konzertsaal einen starken Bezug. Bereits in meinen jugendlichen Jahren ging ich hier ein und aus», sagt Alber.

Er erinnert sich an die Zeiten, als hier auch Rockkonzerte und Partys üblich waren – mit den «Failures» auf der Bühne oder an den denkwürdigen «Baracuda»-Discos in den 1980er-Jahren. Seit 25 Jahren überdies hilft Alber bei den Solothurner Filmtagen mit, in deren Geschäftsleitung er Einsitz hat. So ist er mit seinen Teamkollegen verantwortlich für den Auf- und Abbau der Infrastruktur, unter anderem im Konzertsaal, der sich ebenfalls in die Filmtage-Spielstätten einreiht. Seit anderthalb Jahren hat er zudem auf Stundenlohn-Basis bei Anton Dahinden ausgeholfen. «Viele Abläufe sind mir deshalb bekannt.»

Auf und neben der Bühne

«Ich arbeite gerne im kulturellen Bereich», sagt der Familienvater zweier Töchter und eines erwachsenen Sohns. Früher spielte er als Drummer bei den Ska-Punkern von «Schlössch», und auch aktuell wirkt er in einer Band mit. Diese Bühnenerfahrung dürfte Alber auch abseits des Scheinwerferlichts zugutekommen. Denn die Bühnentechnik mit Licht und Ton obliegt seiner Verantwortung – und je nach Wunsch der Veranstalter regelt er die Angelegenheiten auch während des Anlasses. Als Bühnenmeister ist er auch für Videobeamer und Leinwand zuständig.

Es ist dies aber längst nicht alles, was seinen Job zum 100-Prozent-Pensum auffüllt: «Der Konzertsaal gibt auch sonst einiges zu tun, und wenn die Saison losgeht erst recht.» Eine stattliche Zahl an Räumlichkeiten hat Alber im Auge zu behalten: die beiden Konzertsäle, der Gastrobereich, eine grosse Küche, Foyer und Garderobe, der Lagerkeller und die WC-Anlagen. Zwei Arbeitskräfte stehen ihm auf Stundenlohnbasis in hektischen Zeiten zur Seite. Wochenend- und Abendeinsätze werden nicht selten stattfinden.

Auch Reparaturarbeiten werden seinen Arbeitsalltag bestimmen – ebenso wie Reinigungen. Gerade Zweiteres sieht er als nicht zu unterschätzende Herausforderung: «Das Putzen nimmt viel Zeit in Anspruch.» Einerseits werde in diesen alten Räumlichkeiten schnell Staub aufgewirbelt. Andererseits erfordern die unterschiedlichen Materialien im alterwürdigen Gebäude besondere Reinigungsarten und -mittel. Und neben der Gebäude- gehört auch die Kontaktpflege zum Arbeitsalltag von Urs Alber, beispielsweise die Koordination mit dem Catering oder den Veranstaltern. «Ich freue mich, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Wichtig ist, auf die Wünsche einzugehen.»

Was im Übrigen die dem Konzertsaal nördlich angegliederte Wohnung angeht, die zuvor von der Familie von Dahinden bewohnt wurde, sind noch keine Pläne bekannt. Es sei noch nicht entschieden, ob sie wieder als solche vermietet oder einem anderen Zweck zugeführt wird, sagt Stadtschreiber Hansjörg Boll. Es sei aber fraglich, ob die Wohnung wegen der Ringhörigkeit und der Nähe zur Bühne überhaupt an Dritte vermietet werden könne.