Solothurn
Neuer Entsorger für Grünabfuhr am Start – Er kommt aus dem bernischen

Ab dem 1. August wird das Grüngut in der Stadt Solothurn nicht mehr durch die Langendörfer Schneider AG abgeholt. Zum Zug kommt neu die ausserkantonale «Gast AG» aus Utzenstorf.

Andreas Kaufmann
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Die städtischen Grünkübel werden von einem neuen Dienstleister geleert.

Die städtischen Grünkübel werden von einem neuen Dienstleister geleert.

sl

Mit einem Dankeschön-Inserat verabschiedet sich die Schneider Reisen und Transporte AG im «Azeiger» nach zehn Jahren von Solothurn. Seit 2009 holte die Langendörfer Firma jeweils am Mittwoch das Grüngut ab – aufsummiert sind dies fast 17'000 Tonnen über diese ganze Zeit. Im Rahmen der Neuausschreibung alle fünf Jahre hat die Stadt per 1. August einen neuen Dienstleister erkoren: Wie Werkhof-Chef Patrick Schärer berichtet, wird das Mandat wieder die Gast AG aus Utzenstorf übernehmen. Wieder – weil die Gast AG bis Ende 2008 fürs städtische Grüngut zuständig war und bei der damaligen Ausschreibung gegen Schneider unterlag.

«Für die Einwohner wird sich nichts ändern», versichert Patrick Schärer. «Es gelten weiterhin die gleichen Bedingungen, wie auf dem Entsorgungsblatt 2018 vermerkt. Und wir sind weiter Ansprechperson für die Kunden.» Es seien auch keine Änderungen für 2019 geplant. Zur Erinnerung: Der Wechsel ab 2009 von Gast zu Schneider war nicht ohne Nebengeräusche vonstattengegangen. Einige Einwohner hatten sich beschwert, dass die neue Auftragnehmerin keine Plastiksäcke mehr als Grüngut-Behältnisse akzeptieren würden.

«Mitarbeitende schützen»

Patrick Schneider ist stellvertretender Geschäftsführer der bisherigen Auftragsnehmerin und bedauert den Entscheid. «Wir hatten eine gute Zusammenarbeit mit dem Werkhof.» Ausserdem habe man die Kundenrückmeldungen für den Werkhof übernommen. Überdies habe man Aufklärungsarbeit in Sachen Grünabfuhr geleistet. Und: «Wir haben es immer geschafft, dass am Mittwochabend sämtliches Grüngut weggeräumt war. Auch die Resonanz der Stadtbewohner war stets positiv. Die Leute konnten sich darauf verlassen, dass ihr Grüngut in einem relativ kleinen Zeitfenster abgeholt wurde.»

Und so sei der Entscheid der Stadt «wirtschaftlich ein herber Schlag», sagt Schneider. Sechs Personen und zwei Fahrzeuge seien einen Wochentag lang im Einsatz. «Bleibende Fixkosten», die die Firma dazu drängten, den Ausfall durch betriebsinterne Umstrukturierungen aufzufangen. Klar sei: «Als Familienunternehmen wollen wir für unsere Mitarbeitenden den Arbeitsplatz soweit wie möglich schützen.»

Vergeben wird der Fünf-Jahres-Auftrag jeweils nach Kriterien wie Preis, Umweltschutz, Personalbedingungen und Sicherheit. Die Gast AG wird mit ökogasbetriebenen Fahrzeugen unterwegs sein. Das Zünglein an der Waage sei aber die Ausstattung der Fahrzeuge gewesen, so Patrick Schneider: «Ausschlaggebend für die Neuvergabe war, dass unser drittes eingesetzte Fahrzeug zwar einen geschlossenen Aufbau hat und wie gefordert der Euro-6-Abgasnorm entspricht, aber nicht über eine Kammschüttung verfügt.» Die Kriterien sahen vor, die Abfuhr durch drei Kehrichtfahrzeuge mit dieser Kippvorrichtung für Container durchzuführen.

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