Vor 24 Jahren wurde er Präsident der städtischen Sportkommission, jetzt - inzwischen 69-jährig - ist er nochmals im Amt bestätigt worden: Alexander Rudolf von Rohr. «Ja die vier Jahre mache ich noch, aber dann ist definitiv Schluss.» Danach hatte es auch lange vor der konstituierenden Sitzung der Kommission ausgesehen, in deren Verlauf der bisherige Präsident im Amt bestätigt worden war.

Denn Stadtpräsident Kurt Fluri hatte ganz offensichlich grosses Interesse, den linien-, weil verwaltungstreuen Funktionär auf dem Stuhl zu halten. «Kurt Fluri hat mich schon vor dem Ende der Legislaturperiode kontaktiert», erklärt Rudolf von Rohr, der den Rücktritt zumindest ins Auge gefasst hatte. Aber dann habe der Stadtpräsident noch mehrmals länger mit ihm diskutiert. Die Folge: An der Sportlerehrung im Mai wirkte der bisherige Sportkommissionspräsident noch etwas unschlüssig, liess aber bereits durchblicken, dass er Fluris Werben wohl kaum widerstehen werde.

Unüberhörbare Nebengeräusche

Dass es bei der Wahl zu Nebengeräuschen kam, kommen musste, lag auf der Hand. Alexander Rudolf von Rohr bestätigt, dass das Vizepräsidium der Sportkommission vakant geblieben ist. «Da gibt es noch Diskussionen.» Denn für den Präsidenten gabs zuletzt zwei «Problemzonen»: Die bisherige Vizepräsidentin Corinne Widmer hatte über ihre Partei, die SP, vergeblich versucht, eine Sportfachstelle durchzuboxen, welche die Kommission hätte obsolet werden lassen. Die Sportfachstelle scheiterte im Gemeinderat nicht zuletzt am Widerstand von Stadtpräsident Kurt Fluri, der vor allem keine zusätzliche Stelle schaffen möchte.

Die zweite Front gegen Rudolf von Rohr tat sich mit der Vereinigung für Sport in der Stadt und Region Solothurn VSSO auf, die von Hansruedi Schnyder präsidiert wird. Er hatte sich zur «Neu-Alt-Besetzung» der Sportkommission in einem Leserbrief genauso kritisch geäussert, wie die irritierte SP in einer Anfrage ans Stadtpräsidium zum angeblichen Rücktritt vom Rücktritt des 69-jährigen Amtsinhabers.

Hintergrund: Die VSSO hatte erfolglos für den Erlass der Hallen- und Infrastruktur-Gebühren für die Vereine gekämpft. «Politisch nicht durchsetzbar», fand und findet Rudolf von Rohr diesen radikalen Schritt und gibt zu bedenken: «Das ist auch eine Frage der Legitimation. Die VSSO zählt lediglich 18 Mitglieder. Es gibt aber 80 Sportvereine in der Stadt.» Für deren Interessen er sich stets eingesetzt habe, verweist der Sportkommissionspräsident auf die zuletzt von der Stadt neu veranlassten Ausschüttungen für die Nachwuchsarbeit. Vor der Wahl hätten sich zudem etliche Vereinspräsidenten bei ihm gemeldet «und mich bestärkt, doch im Amt zu bleiben.»

Einige Baustellen

Auf die Sportkommission kommt auch einiges zu. «Ab 1. Januar geht der Betrieb des Hallenbads in der Pädagogischen Hochschule an die Stadt über.» Da gelte es die Kapazitäten für die Vereine genauso zu zuteilen wie dann beim Ersatz der Hermesbühlturnhalle durch die geplante Doppelhalle ab 2015. «Jemand muss das ja machen», meint Alexander Rudolf von Rohr, für den im Hinblick auf die zu erwartenden Verteilkämpfe das Diplome-Austeilen an seiner 35. Sportlerehrung im Mai dann eher ein Zuckerschlecken sein dürfte.