Am 8. August jährt sich zum neunten Mal die Eröffnung der Westumfahrung 2008. Am gleichen Tag wurde die Wengibrücke für den Autoverkehr geschlossen. Rund 400 Busse queren dort zwar immer noch täglich die Aare, doch ansonsten gibts kaum mehr Verkehr auf den beiden Brückenköpfen. Doch umgestaltet wurde nördlich wie südlich der Brücke der Strassenraum nur provisorisch. Zumindest in Planung sind jedoch die Umgestaltung sowohl des Postplatzes im Norden wie diejenige der Berntorstrasse im Süden.

Die Situation 2002 kurz vor der Abstimmung zur Westumfahrung.

Die Situation 2002 kurz vor der Abstimmung zur Westumfahrung.

In Sachen Postplatz erklärt Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt: «Aus den erstellten Gestaltungsstudien wurde ein Projekt für die Weiterbearbeitung bestimmt. Das Projekt ist im Finanzplan abgebildet. Die Umgestaltung des Postplatzes hat das Stadtbauamt ab 2020 vorgesehen.»

Vorgängig zur Umgestaltung werde noch die Kanalisation im Bereich des Postplatzes saniert. Denn, so Lenggenhager, «in der Verlängerung der Westringstrasse befindet sich eine alte Hochwasserentlastung, welche saniert und an die heutigen Gewässerschutzbestimmungen angepasst wird.»

Warten auf die Justiz

Südlich der Wengibrücke wäre die Berntorstrasse «umgestaltungsreif», doch hat sich dort noch ein juristischer Schauplatz mit Verzögerungspotenzial aufgetan. Dazu Andrea Lenggenhager: «Das Baugesuch Umgestaltung Berntorstrasse wurde zeitgleich mit dem Neuen Parkierungs- und Erschliessungsplan innere Vorstadt aufgelegt. Der Parkierungs- und Erschliessungsplan ist noch nicht rechtskräftig, da dazu noch ein Verfahren hängig ist.»

An sich habe die Baukommission die Baubewilligung für die Umgestaltung der Berntorstrasse am 30. Mai 2017 erteilt. Falls die beiden Verfahren – Neuer Parkierungs- und Erschliessungsplan innere Vorstadt und die Baubewilligungsverfahren Umgestaltung Berntorstrasse – von einander getrennt werden könnten, sei der Baubeginn im Mai 2018 geplant, meint die Bauamtsleiterin zum weiteren Vorgehen.

Bus muss weiterhin warten

Das Verkehrskonzept für die Berntorstrasse und die angrenzenden Gassen hatte über Jahre hinweg für Diskussionen in der Vorstadt gesorgt. Ein grosses Thema war auch der Busverkehr des BSU gewesen, der für eine Verbreiterung des Trottoirs an der Berntorstrasse eine versuchsweise Querung auf nur einem Fahrstreifen mit einem Ampelhalt hatte hinnehmen müssen.

Nun bestätigt Andrea Lenggenhager die Eckpunkte bei der Umgestaltung der Berntorstrasse: «Das künftige Verkehrsregime entspricht der heutigen Versuchsphase im Einrichtungsverkehr mit der Regelung des Busverkehrs mit der Lichtsignalanlage.»

Des weiteren werde die Strassenbreite auf noch 4.70 Meter verschmälert. Damit trage man dem Begegnungsfall zwischen Bus und Velo Rechnung. Zudem würden beide Trottoirs verbreitert. «Das Trottoir auf der Westseite wird asphaltiert, und auf der Ostseite wird eine Bogenpflästerung erstellt», so Lenggenhager. Und: «Beide Trottoirs werden einen horizontalten Absatz von drei Zentimetern zur Fahrbahn aufweisen.»

Zusätzlich gebe es bei der Einfahrt in den Unteren Winkel noch bauliche Anpassungen. So werde die Durchfahrt auf eine Breite von 3,80 Metern verbreitert. Für viel Diskussionsstoff vor allem bei besorgten Eltern hatte eine andere Ecke gesorgt. Andrea Lenggenhager: «Im Durchgang der SBB-Unterführung im Oberen Winkel wird das Trottoir auf 2 Meter verbreitert.

Die Fahrbahn wird dagegen auf 4,10 Meter reduziert. Beidseits der Unterführung wird je ein Parkplatz zur Verbesserung der Verkehrssicherheit aufgehoben.» Und auch in der Adlergasse würden entlang der Bahnlinie ebenfalls drei Parkplätze aufgehoben.