Kunstmuseum Solothurn
Neue Räume für Bilder und Skulpturen: Bald lagern hier auf 810 m2 Kunstwerke

Nach zwei Jahren Bauzeit ist der Kulturgüterschutzraum unter dem Kunstmuseum Solothurn an einem Tag der offenen Tür zu sehen. Im Frühling sollen dann die ersten Kunstwerke eingelagert werden.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Kulturgüterschutzraum unter dem Kunstmuseum Solothurn vor der Eröffnung
10 Bilder
Kulturgüterschutzraum unter dem Kunstmuseum Solothurn vor der Eröffnung
Der Kleinskulpturen-Raum ist noch mit Arbeitsgeräten gefüllt.
Neue Objekte werden im «24-Stunden-Raum» begutachtet.
Ein moderner, drei Meter hoher Lift erleichtert Transporte.
Vom neuen Kulturgüterschutzraum ist oberirdisch nur dieser Fluchtschacht (im Vordergrund) erkennbar.

Kulturgüterschutzraum unter dem Kunstmuseum Solothurn vor der Eröffnung

Thomas Ulrich

Zwei Jahre dauerte die Bauzeit des Kulturgüterschutzraumes unter dem nördlichen Vorplatz Kunstmuseum Solothurn, morgen Samstag können am Tag der offenen Tür die noch leeren Räume ausgiebig begutachtet werden. Ein Blick in diese Schutzanlage wird später dann wohl nicht mehr so ohne weiteres möglich sein. Denn wenn die Kunstwerke erst einmal an ihrem Platz lagern, sollten sie so wenig wie möglich Atem oder Licht ausgesetzt werden.

Man gelangt in die Räume mit dem grosszügig dimensionierten Lift. Zuerst betritt man den «24-Stunden-Raum». «Hier werden Bilder, die von ausserhalb – beispielsweise für eine neue Ausstellung – geliefert werden, einen Tag lang gelagert, bevor sie ausgepackt werden», erklärt Til Frentzel, Leiter Technik des Kunstmuseums Solothurn. Er kennt sich hier unten am besten aus; weiss Bescheid über Schlüssel und Codes. Im «24-Stunden-Raum» werden die Objekte ausgepackt, untersucht und ein Zustandsprotokoll erstellt, berichtet er weiter. Solches Vorgehen sei heute Standard in allen grossen und guten Museen.

Es folgt der Kleinskulpturen-Raum, in dem auf 66 m2 auf Wandregalen Skulpturen platziert werden. Daneben liegt der Grafikraum. «Hier finden in Schubladenkästen, eingepackt in säurefreiem Papier, auf 62 m2 Grafiken ihren Platz», so Frentzel. Der grösste Raum mit 286 m2 ist für die Bildersammlung reserviert. Auf 150 ausziehbaren Bilderrechen können Gemälde aller Grössen mittels Haken platzsparend untergebracht werden. Ein anschliessender, ebenfalls grösserer Raum von 264m2 ist für Grossskulpturen vorgesehen. Es folgt der kleine, sogenannte Afrika-Raum mit 16 m2, der für Exponate der ethnografischen Sammlung des Kunstmuseums reserviert ist.

Kunstwerke sind im Frühling da

«Wir verfügen nun über zweieinhalb Mal mehr Platz als vorher», sagt Lukas Reichmuth, Chef Hochbauamt des Stadtbauamtes Solothurn. Insgesamt misst der Kulturgüterschutzraum eine Fläche von es 810 m2. Alle Räume sind kameraüberwacht, den nötigen Sicherheitsvorschriften entsprechend. Noch sind die Kunstwerke aber nicht eingelagert. «Zuerst muss das Klima die richtigen und vor allem auch stabilen Werte aufweisen. Es muss eine Luftfeuchtigkeit von rund 55 Prozent und eine konstante Raumtemperatur von 18 bis 24 Grad herrschen», so Frentzel.

Augenschein im im fast fertiggestellten Kulturgüterschutzraum in Solothurn im Juli 2016
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Vom Lift gehts direkt in den 24-Stunden-Raum
Im 24-Stunden-Raum werden die angelieferten Kunstwerke akklimatisiert
Max Glauser, Projektleiter Erweiterungsbau (l.) mit Lukas Reichmuth, Leiter Hochbau der Stadt Solothurn
Augenschein im im fast fertiggestellten Kulturgüterschutzraum in Solothurn
Ein Raum für die Kunstsammlung Afrika
Der Zulieferungseingang ist einfacher zugänglich als die alte Rampe, die sich links davon befand
Hier befand sich der alte Zulieferungseingang mit Rampe. Dieser wird zugemauert
Einbau der neuen Toiletten unter dem Treppengang
Der Zugang zum alten Kulturgüterschutzraum
Blick in den Kulturgüterschutzraum mit einer Nutzfläche von 810 Quadratmetern
Der Übergang zum alten Schutzraum ist dort, wo der Beton aufhört
Der Haupteingang zum Schutzraum
Der Notausstiegsschacht des Schutzraums
Das Treppenhaus (nordseitig) war von den Senkungen betroffen. Durch Folien wurde das Bleiglasfenster, resp. die Deckscheibe vor Spannungen in der Bausubstanz gesichert
Das Treppenhaus (nordseitig) war von den Senkungen betroffen, die bestehende Rissstellen ausgeweitet haben

Augenschein im im fast fertiggestellten Kulturgüterschutzraum in Solothurn im Juli 2016

Andreas Kaufmann

«Wir lassen jetzt noch den Winter vorübergehen und sind zuversichtlich, dass wir im Frühling mit dem definitiven Einlagern beginnen können.» Archiviert werde voraussichtlich grob nach Epochen und innerhalb derer dann nach Künstlern. «Jedes Objekt soll seinen eigenen Archivplatz erhalten, der dann elektronisch nachvollziehbar und bewirtschaftbar ist.»

Die budgetierten und vom Stadt-Solothurner Stimmvolk bewilligten 6,687 Mio. Franken werden voraussichtlich um rund 200'000 Franken überschritten, sagt Reichmuth. Grund dafür sind in erster Linie unvorhergesehene Sicherungsarbeiten, denn während der Bauphase musste ein Bereich der Museumsfassade zusätzlich gestützt und unterstützt werden. Diese Arbeiten brachten auch eine Bauverzögerung um rund ein halbes Jahr mit sich. Bund und Kanton steuerten 710'000 Franken, die Mathys-Stiftung 50'000 Franken zu den Kosten bei.

Samstag, 26. 11., Tag der offenen Tür. 10–15 Uhr stündliche Führungen mit Til Frentzel und Max Glauser. Apéro im Festzelt.

Es gibt kaum Platz für neue Werke im Depot des Solothurner Kunstmuseums.
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Es gibt kaum Platz für neue Werke im Depot
Zwar betreibt das Kunstmuseum mehrere Aussenlager. Doch weder von der Sicherheit noch von den Bedingungen genügen diese.
Im Depot schwanken die Temperaturen je nach Jahreszeit zwischen 5 und 25 Grad

Es gibt kaum Platz für neue Werke im Depot des Solothurner Kunstmuseums.

Lucien Fluri

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