Verkehr
Neue Funkgeräte im Verkehrsunterricht: Kinder bekommen Hörer ans Ohr

Die Verkehrspolizisten der Stadt Solothurn sind während den Fahrrad-Übungsstunden mit den Schulkindern seit letztem Jahr mit speziellen Funkgeräten unterwegs. Jedes Kind hat einen Hörer am Ohr - und kann so laufend über Gefahren informiert werden.

Lea Schreier
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Stadtpolizist Konrad Müller installiert das Funkgerät am Ohr eines Schulmädchens.

Stadtpolizist Konrad Müller installiert das Funkgerät am Ohr eines Schulmädchens.

Stadtpolizei Solothurn

Vielleicht haben auch Sie in der letzten Zeit wieder einmal die Schulkinder mit ihren gelben Westen beim Velofahren mit den Stadtpolizisten beobachtet. Ist Ihnen aber auch aufgefallen, dass alle Schüler während der Fahrt einen Kopfhörer am Ohr tragen?

Bei der Polizei ist das neue System unter dem Namen «Funk für die Radfahrerausbildung» bekannt. Die Verkehrspolizisten tragen während den Übungsfahrten mit den Velos beide einen Kopfhörer mit Mikrofon, über welches sie sprechen können. Die Kinder erhalten ihre Anweisungen über ein Empfangsgerät am Ohr.

«Das ist eine tolle Sache. So können wir alle Kinder gleichzeitig erreichen», sagt Stadtpolizist Konrad Müller begeistert. Er führt zusammen mit Adrian Bitzi den Verkehrsunterricht in der Stadt Solothurn durch. Früher hätten sie auf den Strassen oft schreien müssen, damit alle Schüler sie verstanden hätten. «Vor allem können wir unsere Fahrt mit diesen neuen Geräten fortlaufend kommentieren und die Kinder auf Gefahren hinweisen.»

Auch hätten sie festgestellt, dass die Kinder durch die Funkverbindung viel aufmerksamer seien und weniger miteinander schwatzen würden, berichtet Müller.

Jede Schulklasse ist nun dieses Jahr mit dieser neusten technischen Anschaffung unterwegs. Die Stadtpolizei ist in Besitz von 27 Empfangsgeräten und zwei Garnituren mit Mikrofonen für die Stadtpolizisten. «So etwas ist teuer, das ist klar», so Müller. Den genauen Betrag will er aber nicht publik machen. Die Kosten für die neuen Geräte dürften sich aber auf mehrere tausend Franken belaufen.

Auch die Kantonspolizei Solothurn, die für den Verkehrsunterricht in den Gemeinden zuständig ist, verwendet die Geräte. Bei ihnen sind sie bereits seit zwei Jahren im Einsatz.

«Es ist den Mehraufwand Wert»

Müller, der schon seit vielen Jahren mit den Schulkindern der Stadt Solothurn Velofahren im Strassenverkehr übt, gibt zu, am Anfang skeptisch gegenüber dem Einsatz der neuen Funkgeräte gewesen zu sein. Denn es dauere nun vor Beginn der eigentlichen Fahrt mit den Kindern immer eine Weile, bis alle verkabelt seien. «Aber wir haben gemerkt, dass es den Mehraufwand Wert ist, wir haben wirklich eine positive Erfahrung gemacht mit den neuen Geräten.»