Café Philo
Neue Form für Traditionsanlass

Ein Solothurner Jahrzehnt lang, elf Jahre, lag das Café Philo in den Händen der Begründerin Fraenzi Neuhaus, am 26. September startet der Traditionsanlass neu unter Federführung des Vereins «Café Philo Solothurn».

Andreas Kaufmann
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An der Substanz der Gespräche wird sich auch künftig beim Café Philo nichts ändern. Drei bis vier Mal pro Halbjahr werden sich Philosophiebegeisterte zum Tiefgang am Sonntagmorgen treffen – wie seit 1999. Neu in dieser Saison ist die Rechtsform, die dem Anlass innewohnt. Zwischen dem ersten Café Philo und der Vereinsgründung im Mai liegen elf Jahre und 56 Veranstaltungen. Nachdem die Initiantin Fraenzi Neuhaus den Anlass seit dessen Gründung grösstenteils im Alleingang organisiert hatte, soll nun der Verein dazu dienen, die Aufgaben auf mehrere Personen zu verteilen.

«Ansonsten wird sich für die Besucherinnen und Besucher aber wenig ändern», verrät Beat Niklaus, der den Vereinsvorsitz im «Café Philo Solothurn» übernommen hat: «Wir wollen nicht alles umkrempeln, sondern primär das Gute von bisher übernehmen.» So werde es im Sinne einer niederschwelligen Veranstaltung für Interessierte auch keinen Zwang geben, dem Verein beizutreten: «Wir werden nach wie vor eine Kollekte durchführen», fügt Niklaus an.

Gespräche unter dem Oberflächlichen

Der frischbackene Präsident ist selbst seit Anbeginn als Teilnehmer dabei: «Ich habe immer gespürt, dass mir die Veranstaltungen guttun.» Studiert hat Niklaus Chemie und Informatik. Von daher hat er sich beruflich nicht mit Philosophie beschäftigt: «Aber ich merkte bald, dass ich gerne mit Menschen diskutiere, im Gespräch aber nicht nur an der Oberfläche kratzen möchte.» So habe sich das Faible fürs Philosophische im Privaten ergeben – und nun auch sein Engagement als Vereinspräsident. Damit drückt er auch seine Wertschätzung für die bisherigen elf Jahre aus.

Die neue Gesprächsreihe steht unter dem Thema «Utopien» und stellt an ihrem ersten Anlass am kommenden Sonntag eine Facette davon ins Zentrum: «Utopien in Wissenschaft, Wirtschaft und Technik: Wozu?» wird von Richard Egger aus Steinhausen SZ geleitet. Der Unternehmensberater studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte und ist Gründungsmitglied vonphilopraxis.ch, dem Netzwerk für praktisches Philosophieren. An zwei weiteren Anlässen am 31. Oktober und 28. November wird das Thema «Utopien» weiter vertieft. Die Anlässe finden jeweils von 11 bis 13 Uhr in der Cantina del Vino am Landhausquai statt.