Mit einem Bunsenbrenner Grösse XXL verleiht Lukas Siegrist der Schanze, an deren Bau aus Lehm er selber mitgeholfen hatte, den letzten Schliff. Dann besteigt er den Holzturm – ebenfalls Marke Eigenbau – und fliegt durch den Himmel der Solothurner Weststadt. Es ist geschafft. Der neue Bikepark «Whitestone» ist fertig und kann eingeweiht werden.

Zeit, um den Grill anzuwerfen. Derweil stellt Marc Henzi die Lichtschranke auf. Wer die Runde auf dem neuen Pumptrack unter sieben Sekunden schafft, ist ein Champion. «Aber eigentlich haben die Zeiten für uns nur zweite Priorität», erklärt der Sprecher des Trägervereins die Mentalität der Jugendlichen, die sich hier zwischen dem Henzihof und Fussballstadion in Zukunft vergnügen werden.

«Es gibt heute zwar einen schönen Pokal zu gewinnen, aber uns geht es darum, zusammen Spass zu haben, zu grillen und zu chillen. Jeder kann bei uns mitmachen, man muss keine Beiträge zahlen und es gibt keine Prämien zu gewinnen.» «Dafür viel Ruhm und Ehre», ergänzt Lukas Siegrist mit einem breiten Grinsen.

Langsam aber sicher kommt Leben in die Bude. Am frühen Samstagnachmittag trudeln die Kids mit ihren rasanten Bikes ein und sogar die Sonne zeigt sich. Der Bikepark sei bei jedem Wetter offen, sagt Marc Henzi. «Die Schanzen müssen wir bei Regen mit Blachen schützen, aber der Pumptrack kann dank eines speziellen Belags auch bei Regen gefahrlos befahren werden. Die einzige Bedingung ist, dass man immer einen Helm trägt.»

Zwei Jahre sind garantiert

Der Trägerverein wird nun den Unterhalt und Betrieb in Fronarbeit sichern. Die Kosten des neuen Bikeparks wurden zum grössten Teil bereits über Stiftungen, Sponsoring und private Spenden gedeckt. Die Stadt stellt das Land gratis zur Verfügung und steht mit einer Defizitgarantie von 10'000 Franken im Hintergrund bereit. Die nächsten zwei Jahre sind garantiert, fünf dürften es wohl mindestens werden. Auf dem Gelände plant die Stadt das neue Quartier mit dem Namen «Weitblick», aber ein konkreter Baubeginn auf dem stadteigenen Areal ist noch nicht festgelegt.

«Ein Bikepark ist in der Jugendkommission seit mindestens zehn Jahren ein Thema», sagt Pascal Walter, der frisch gewählte Vize-Stadtpräsident, im Namen der Politik. Wird nun Solothurn tatsächlich zur Sportstadt, wie es die unterlegene Opposition im vergangenen Wahlkampf um das Stadtpräsidium gefordert hatte? «Ich denke nicht, dass damit alle Forderungen vom Tisch sind», beantwortet Walter diese Frage. «Aber es ist cool, dass die Stadt den Jungen mit dem Bikepark eine neue, gesunde und sinnvolle Freizeitbeschäftigung ermöglicht.»