Saison-Start

Neu gibt es in der Solothurner Badi auch Vollmond-Schwimmen

Ab Samstag werden die ersten «legalen» Besucher erwartet, der Vorverkauf der Saison-Abi ist angelaufen. Erstmals kann der neue Chefbadmeister Pascal Prétôt mit seinem Team in eine ganze Saison starten.

Pascal Prétôt ist in Solothurn angekommen. «Die Badi-Gäste hier sind viel freundlicher. Man grüsst sich am Morgen», vergleicht der 35-jährige Chefbadmeister seine bisherige Wirkungsstätte im Basler «Joggeli». Die er verlassen hat, um letztes Jahr im August die Nachfolge von Alex Inglin anzutreten. Auf dem Sportbassin zieht ein Entenpärchen seine Kreise. Prétôt lacht: «Die ersten illegalen Badegäste.» Ab Samstag werden die ersten «legalen» Besucher erwartet, der Vorverkauf der Saison-Abi ist angelaufen. «Die Eintrittspreise und die Öffnungszeiten bleiben gleich.»

Fast, aber nicht ganz. Denn wenn es das Wetter zulässt – was letztes Jahr Seltenheitswert hatte –, dann bleibt die Badi bekanntlich seit einigen Jahren bis 21 Uhr geöffnet. Nun legt der neue Chefbadmeister noch einen drauf: «Geplant sind diese Saison neu zwei Vollmondschwimmen.» Schönes, warmes Wetter vorausgesetzt, wird an den beiden Freitagen vom 31. Juli und 29. August die Badi gar bis 23 Uhr offen stehen. Und zusätzlich gibts am Samstag, 24. Juli, ab 20.30 Uhr eine weitere Attraktion: «Wir haben in Zusammenarbeit mit der Kulturfabrik Kofmehl die Wasser-Show des Komiker-Duos Oropax organisiert. Ich kenne die beiden von Basel her, wo sie sehr gut angekommen sind. Die Show war jedes Mal ausverkauft.»

Die Aare im Visier

Zügig und olivbraun zieht die Aare am frisch gemähten Badi-Rasen vorbei. «Am Wochenende werden wir sie absperren», betont der Chefbadmeister. Auch wenn die derzeitige Wassertemperatur von gerade mal 12 Grad nicht zum Baden einlädt – sicher ist sicher. Und sollten sich durch den Sommer hindurch wieder prekäre Wassermengen einstellen, wird Pascal Prétôt mit seinem Team wieder zu den Vaubanständern greifen. Denn für ihn stellt der Fluss das grösste Sicherheitsrisiko dar. «Wir werden die Aare immer fix mit einem Mann überwachen lassen», kündet er für die Hochsaison an, wenn es von Badelustigen im Aarewasser nur so wimmelt. In den letzten Jahren hatte man zusätzliche Sicherheits-Alarmsäulen installiert und das Rettungsboot besser positioniert, dazu an den beiden Betonstegen die von Sonnenanbetern beliebten Aufbauten über der Aare entfernt. Nun werden die beiden Stege diesen Sommer nochmals besser gesichert. Sie erhalten beidseits vom Ufer bis zur Mitte Geländer: «Neue Vorschriften», meint Prétôt lakonisch.

Es gibt noch einiges zu tun

Solche könnte es in den nächsten Jahren noch mehr geben. «Möglicherweise werden wir 2016/17 der Trinkwasser-Verordnung unterstellt», so der Chefbadmeister. Was vor allem mehr Aufwand beim Dokumentieren der Wasserqualität bedeuten würde, die übrigens jetzt schon als gut befunden wird. Dennoch, die Wasseraufbereitung ist nicht nur im alten Teil der Badi, sondern auch beim Sportbassin in die Jahre gekommen, «es braucht neue Filter und Filteranlagen», zeigt Pascal Prétôt einen der wichtigsten Punkte auf.
Zwar hat der Gemeinderat letzte Woche den entsprechenden Kredit für Sanierungsarbeiten ab dem Herbst im alten Badi-Teil gesprochen, doch auch das Sportbassin sei keineswegs mehr in einem guten Zustand. «Deshalb wird jetzt eine Gesamtplanung angegangen.» Für das Sportbassin wäre laut Prétot neu ein Chromstahlbecken ideal – weil es den Sportvereinen perfekte Trainings- und Wettkampfbedingungen bieten würde.
«Auch sind wir auf die nächste Saison hin am Erarbeiten einer neuen Hausordnung.» Inzwischen setzt der neue Chefbadmeister jedoch auf die Fairness und den gesunden Menschenverstand seiner Gäste beim täglichen Kontakt. Einiges an Kosmetik sorgt schon jetzt für einen angenehmeren Aufenthalt: Die grosse Rabatte nach dem Eingang wurde offener und einladender gestaltet, der Bodenbelag nördlich des Sportbassins mit neuen Platten bestückt. Besonders gefällt Pascal Prétôt die gelungene Architektur des Sprungbeckens im ehemaligen Männerbad, dagegen vermisst er ein bisschen das ehemalige Türmchen auf dem Zwischentrakt: «Die Rutschbahn ist halt eher ein Fremdkörper.» Aber insgesamt sei die Solothurner Badi eine «sehr attraktive Anlage».

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