Kommentar

Neid und Nebel

Der Gemeinderat hat den Kredit für die Stadionsanierung abgeblockt – zovor will man mit dem FC Solothurn reden.

Der Gemeinderat hat den Kredit für die Stadionsanierung abgeblockt – zovor will man mit dem FC Solothurn reden.

Sie gelten als die ältesten Solothurner: der Neid und der Nebel. Von beidem ist reichlich im Spiel, wenn man die jüngste Polit-Posse im Gemeinderat näher betrachtet. Denn der Hüftschuss auf die geplante Stadionsanierung, vorerst zurückgewiesen, bis man mit dem FC Solothurn über seinen künftigen Status gesprochen hat, riecht nach Obstruktion auf Verdacht. Nebulös dürfte wohl für viele der Kaufvertrag der Stadt mit dem FC Solothurn von anno 1973 sein. Zur Erinnerung: Solothurn machte damals ein Schnäppchen. 30 000 Quadratmeter Bauland zum Quadratmeterpreis von rund 16 Franken. Richtig: sechzehn. Damit war der Verein seine Schulden los und erhielt einige Privilegien. Unterhalt und Abwart von der Stadt bezahlt, exklusive Gratis-Platzbenützung, Strom, Wasser, die Einnahmen aus Beiz und Reklametafeln. Vertraglich auf ewig, dann leicht korrigiert: Seit 2008 zahlt der FCS die halben Platzgebühren des Vereinstarifs.

Wenig genug für Neidgefühle. Dazu ständige Investitionen. Tribünenanbau, Kunstrasen, neue Garderoben und nun die Sanierung der Tribüne. Millionen, die der Eigentümer aufwerfen muss, ergänzt durch Verbandsauflagen, beispielsweise zur Beleuchtung. Der FC Solothurn kriegts. Dazu gefühlt immer dasselbe – die Stadt zahlt und zahlt. Steht so im Vertrag. Also muss man darüber reden. Was der Verein im Nachwuchsbereich tut, was er an Eigenleistung erbringt, das bleibt aussen vor. Man schlägt den Sack und meint den Esel. Wo ist nur der Stolz von Solothurn auf seinen FC geblieben? Richtig: auf der Strecke.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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