Mit einer Durchschnittstemperatur von 6,7 Grad reihte sich der November 2012 in die wärmeren des Jahrzehnts ein blieb aber doch noch einige Zehntel Grad unter den bisherigen Rekordwerten. Wobei es zu relativieren gilt: In den recht langen Nebelphasen im Mittelland (Inversionslagen) stiegen die Temperaturen nie mehr in den zweistelligen Bereich. Ganz anders in den Höhenlagen des tagelang besonnten Juras, wo es einen ganz deutlich zu warmen November absetzte.

Die Gesamtniederschlagsmenge von 135,5 Millimetern oder Litern pro Quadratmeter in Solothurn (133,6 im Wallierhof Riedholz) deutete auf einen regnerischen Monat hin. Was aber so nicht stimmt, denn die Niederschläge konzentrierten sich auf wenige Tage mit teilweise respektablen Mengen innert weniger Stunden. Aber insgesamt machte der November seinem, Ruf als grauer, düsterer Herbstmonat alle Ehre: Durch die erwähnten Nebellagen war die Sonne nur gerade an elf Tagen mehr oder weniger partiell zu sehen – 19 Tage lang musste man in Solothurn ganz auf sie verzichten oder zum «Auftanken» die Jurahöhen aufsuchen.

Ein nasser Start

Sehr mild und Nass begann der November mit Tagesmaxima von 15 Grad und einem verregneten 4. Monatstag. Am 6. November streifte der Winter kurz den Weissenstein, aber in der Folge wurde es nicht wesentlich kühler, dafür blieb es für einige Tage unter Hochdruckeinfluss trocken. Am Samstag, 10. November setzte es dafür die ganz grosse Dusche ab: 36 Liter Regen kamen innert 24 Stunden pro Quadratmeter zusammen, und der Sonntag brachte nochmals elf Liter.

Damit war an einem Wochenende fast die Hälfte des normalen Monatsmittels an Regen gefallen. Doch nur einen Tag zu spät, also doch recht pünktlich, begann nun das sogenannte Martini-Sömmerchen, das am eigentlichen Martinstag, 11. November, noch verwässert worden war. Die Bewohner des Aaretals hatten allerdings wenig davon, sieht man von den Temperaturen ab, die sich durchwegs im Plusbereich hielten. Dafür verantwortliche war der älteste Solothurner, der Nebel. Denn mit wenigen Ausnahmen beherrschte die graue Hochnebelsuppe die Szene, was zu Grossandrang auf den Jurahöhen führte. Erst am 26. November wendet sich das Blatt, die Grosswetterlage stellte auf Tiefdruck um. Nun regnete es drei Tage lang mehr oder weniger ununterbrochen und nochmals kamen gut 50 Liter in die Regenbilanz. Ab 27. bildete sich auf dem Weissenstein eine geschlossene Schneedecke, und ganz zum Schluss liessen sich auch in der Stadt Solothurn noch einige wenige Flocken blicken.