Thomas Briner ist sichtlich stolz: «Hier in der Ecke haben wir einen Abguss der Dinosaurier-Spuren von Lommiswil.» Für den Fototermin steht der Konservator des Naturmuseums mühelos mit beiden Füssen im ganzen Fussabdruck des Urgetiers, das zur Zeit des Jurameers vor 145 Millionen Jahren unsere Region bevölkert hat. «Kinder können sich in den Abguss hineinsetzen», lacht Briner. Und sich lebhaft ausmalen, welche Masse Tier so ein Dinosaurer gewesen sein muss.

Um dem Vorstellungsvermögen nachzuhelfen, ist ein ganzer Dino-Beinknochen an einer Betonsäule montiert. Er überragt locker den dahinter präsentierten Elch – auch er keineswegs ein kleines Kuscheltier. Noch aber ist der Ausstellungsteil zur Erdgeschichte im Aufbau und wird heute Abend in einem Tag der offenen Tür neugierigen Besuchern gezeigt.

Alles neu nach 30 Jahren

«Im Verlauf des Herbsts wird auch dieser Ausstellungsteil eröffnet», verweist Thomas Briner auf eine weitere Etappe des Gesamterneuerungskonzepts der permanenten Ausstellung, die seit 2012 im Gange ist.

1,6 Mio. Franken hat die Stadt Solothurn dafür bewilligt, und mit seinem Amtsantritt konnte Briner das von seinem Vorgänger Walter Künzler übernommene Naturmuseum rundum erneuern. «Nach 30 Jahren hat sich vieles in der Natur verändert, aber auch viele technische Installationen hatten hier ihre Altersgrenze erreicht.»

Was der Urknall alles ausgelöst hat

Ein Ziel hatte sich der Konservator gesetzt: Das Haus sollte während des ganzen Umbaus geöffnet bleiben und Einblicke in den Stand der Arbeiten gewähren.

So macht er auch kein Geheimnis daraus, was im zweiten Obergeschoss zur Dokumentation der Erdgeschichte im regionalen Fokus geplant ist. «Wir wollen auf einem Zeitband die Erdgeschichte vom Urknall bis heute aufzeigen.»

Dabei kann das Museum auf Ausstellungsobjekte zurückgreifen, die Millionen Jahre zurückliegen wie die Seesternplatten vom Weissenstein oder die erwähnten Dino-Fragmente. «Aber auch die Geologie wird ein grosses Thema sein», will Thomas Briner aufzeigen, wie das Salz oder Erdöl aus den Überresten früherer Urwälder entstanden waren.

Ein grosser Brocken Solothurner Stein aus dem ehemaligen Bargetzi-Steinbruch wird das wichtige Baumaterial früherer Zeiten dokumentieren – auch durch den Fensterblick auf die monumentale St.-Ursen-Kathedrale, deren Erscheinungsbild ohne das hiesige Baumaterial mit seinen berühmten Versteinerungen undenkbar wäre.

Zurückversetzt werden die Museumsbesucher jedoch auch in die jüngste Eiszeit, als bis vor 12 000 oder 10 000 Jahren das Mammut, der Elch und Höhlenbär in der Region lebten. Wie diese durch die Eiszeit, aber auch den Menschen geformt worden ist, soll auch ein Mittelland-Relief im zweiten Obergeschoss vermitteln.

Die Rückkehr der Fische

Das Kellergeschoss bleibt zweimal im Jahr Sonderausstellungen vorbehalten – derzeit ist der Fischotter das Thema. Bereits in einem neuen Licht präsentiert sich die Dauerausstellung im Parterre. Früher ausschliesslich den Säugetieren gewidmet, hat der neue Konservator dieses Prinzip gebrochen. «Wir wollen mehr auch ganze Lebensräume zeigen.»

Ende 2015 oder Anfang 2016 wird auch das erste Obergeschoss neu gestaltet und damit das Gesamtprojekt beendet sein. «Nach jahrelangem Herumreisen kehren dafür unsere weltweit einzigartigen Fischpräparate wieder nach Solothurn zurück», verrät der Konservator.

Sie bilden einen Schwerpunkt im Mittelgeschoss, ergänzt durch die Vögel und Insekten. Ein Problem möchte Thomas Briner allerdings noch lösen: Die zwei Museum-Depots im Dachgeschoss des ehemaligen Werkhof-Schulhauses sowie im Rosengarten in einem, besser geeigneten Standort zusammenzuführen.