Maulwürfe
Naturmuseum Solothurn: Flauschige Bauherren im Erdboden

Das Naturhistorische Museum Freiburg widmet dem Maulwurf eine zweisprachige Sonderausstellung, die bis zum 14. Oktober auch in Solothurn zu Gast ist. Im Schlepptau des Maulwurfs – die Schermaus.

Katharina Arni-Howald
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Eine Haselmaus knabbert an einer Haselnuss
12 Bilder
Maulwürfe für einmal als Stofftiere
Eine Schulklasse schaut sich die Ausstellung an
Eine Schulklasse schaut sich die Ausstellung an
Eine Schulklasse schaut sich die Ausstellung an
Mäusegruppe mit Waldmaus (li), Gelbhalsmaus (Mitte), Hausmaus (re)
Die neue Sonderausstellung im Naturmuseum Solothurn stellt «Maulwurf, Taupe & Co.» in den Fokus
Eine Schulklasse schaut sich die Ausstellung an
Eine Schulklasse schaut sich die Ausstellung an
Ein Gartenschläfer macht es sich auf einer Astgabel bequem
Eine Feldspitzmaus spitzt die Nase
Eine Schulklasse schaut sich die Ausstellung an

Eine Haselmaus knabbert an einer Haselnuss

Hanspeter Bärtschi

Wir alle kennen die Geschichte vom Maulwurf «Grabowski», dessen Lebensraum durch Bagger und Baumaschinen zerstört wird und der nach einer abenteuerlichen Flucht eine intakte Wiese findet, auf der Regenwürmer und Insekten für dicke Beute sorgen.

Doch kennen wir ihn und sein unterirdisches Zuhause wirklich? Und kommts immer zum Happy End? Nein, sagten sich die Verantwortlichen des Naturhistorischen Museums Freiburg und widmeten dem Fleischfresser eine zweisprachige Sonderausstellung, die bis zum 14. Oktober auch in Solothurn zu Gast ist. Ins Schlepptau genommen haben sie die Schermaus, die im Gegensatz zum Maulwurf lieber an fleischigen Wurzeln nagt und wegen ihrer Vermehrungsfreudigkeit bei Landwirten und Gartenbesitzern für Ärger sorgt.

Schaufelpfoten und Schneidezähne

Fast über Nacht sind sie da, die kleinen Erdhügel auf Feldern und im Garten. Nur wenige Menschen machen sich Gedanken über das weitverzweigte Gangsystem, das sich unsichtbar unter ihren Füssen ausbreitet, und die emsigen Arbeiter, die es mit ihren Schaufelpfoten oder ihren kräftigen Schneidezähnen mit einer Tunnelbaumaschine aufnehmen können.

Sind die Gänge gebaut, steht dem Glück der fleissigen Tiere nichts mehr im Weg, es sei denn, der Mensch rückt ihnen mit Fallen oder Gift an den Kragen. Mit hoher Geschwindigkeit läuft der Maulwurf durch die Gänge und «pflückt» sich Regenwürmer, die diese im falschen Moment durchqueren, während sich die Schermaus Blätter und Pflanzenstengel in ihr Reich hinunterzieht.

Maulwürfe sind Einzelgänger

Biologen wissen: Grabowskis sind Einzelgänger. Männchen wie Weibchen graben ihr eigenes Gangsystem. Um im Frühling – der Paarungszeit – zu den Weibchen zu gelangen, verlängern die Männchen dieses. Sie graben so lange, bis sie den Gang eines Weibchens kreuzen. Nach der Paarung kehren sie in ihr Territorium zurück und überlassen der Begatteten den Nestbau und die Aufzucht. Diese verlassen ab Juni das Erdreich und suchen nach einem unbenutzten Gangsystem. Es ist die Zeit, da das Kleinsäugetier besonders verwundbar ist.

Die Säugetiere näher kennenlernen

Die Sonderausstellung «Maulwurf, Taupe (deutsch: Schermaus) & Co.» bietet Museumsbesuchern und Schulen die Möglichkeit, die unter Tag lebenden Säugetiere und ihre Lebensgewohnheiten kennenzulernen. Dank zwei nachgebildeten Gängen erhält man einen Einblick in das unterirdische Reich der Tiere und kann die Bauherren aus der Nähe betrachten. Originelle Zeichnungen, Computeranimationen und Tierpräparate unterstützen die Annäherung an die fleissigen Arbeiterinnen und Arbeiter. Dank der Zweisprachigkeit ist die Ausstellung auch für Französischsprechende und Unterrichtende interessant.

An der gut besuchten Vernissage erzählte der Bündner Biologe und Kleinsäugetierspezialist Jürg Paul Müller über seine Erlebnisse mit Maulwürfen und Schermäusen. Müller stellte auch Fallen vor, die für die Tiere oft einen qualvollen Tod zur Folge haben. Nebst neuen Fallmethoden versuche man vermehrt wieder natürliche Feinde einzusetzen, um die vor allem bei Schermäusen oft explodierende Population zu reduzieren.

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