Solothurn
Naturmuseum soll innert drei Jahren moderner werden

Im Naturmuseum Solothurn soll sich einiges verändern: Das Erscheinungsbild des Museums soll laut dem neuen Konservator Thomas Briner moderner, frischer und farbiger werden.

Katharina Arni-Howald
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Thomas Briner, Konservator des Naturmuseums, will das Naturmuseum Stockwerk um Stockwerk neu gestalten.Hanspeter Bärtschi

Thomas Briner, Konservator des Naturmuseums, will das Naturmuseum Stockwerk um Stockwerk neu gestalten.Hanspeter Bärtschi

Dass die Gemeindeversammlung den Investitionskredit von 1,5 Mio. Franken für die Neugestaltung der Dauerausstellung im Naturmuseum durchgewinkt hat, freut insbesondere den neuen Leiter des Naturmuseums, Thomas Briner.

Der in Lyss wohnhafte Biologe hat im Oktober die Museumsleitung von Walter Künzler übernommen und war zuvor während eines Jahres mit der Planung der Ausstellungserneuerung beschäftigt. «Das Resultat bestätigt, dass wir in der Stadt gut verankert sind und von Anfang an aufgezeigt haben, was wir mit der Neugestaltung der Dauerausstellung bezwecken möchten», sagt Briner. «Das Museum wird geschätzt und auch rege benutzt.»

Jedes Jahr ein Stockwerk

Die Ausstellungserneuerung wird sich über drei Jahre hinwegziehen. «Wir werden jedes Jahr ein Stockwerk in Angriff nehmen», sagt der Biologe, der sein Studium an der Universität Bern mit dem Hauptfach Zoologie und einer Dissertation über Feldmäuse abschloss. Eine vorübergehende Museumsschliessung komme in keiner Phase des Umbaus infrage: «Wir legen Wert darauf, dass die Besucher die Arbeiten hautnah mitverfolgen können, und verzichten auch bewusst auf Bretterwände.»

Begonnen wird mit den Arbeiten im Erdgeschoss. Dort wird der Bereich «Mensch» aufgehoben. Die Erklärung dafür sei einfach, meint Briner: «Der Mensch, selbst Teil der Natur, wird überall in der Ausstellung präsent sein und muss nicht speziell hervorgehoben werden.» Der freiwerdende Raum soll als Foyer dienen. Broschüren und Bücher stehen Besuchern zur Verfügung, die eine Ruhepause einlegen möchten. Auf ein Museumscafé wird verzichtet. Dagegen soll der Raum auch für naturwissenschaftliche Vorträge und Veranstaltungen sowie für Schüler-Workshops zur Verfügung gestellt werden.

Museum wird moderner

Wie Briner verrät, soll das Erscheinungsbild des Museums moderner, frischer und farbiger werden. «Nicht nur bei der Raumgestaltung, auch in der Natur hat sich in den vergangenen dreissig Jahren viel verändert», weiss der Museumsgestalter und denkt unter anderem an den grösser gewordenen Siedlungsraum, in dem auch Tiere geeignete Lebensbedingungen finden. «Die Natur ist überall – auch vor der Haustür in der Stadt.»

Dies ist ein Grund, weshalb in der Dauerausstellung vermehrt auf die Lebensgemeinschaften von Pflanzen, Tieren und Menschen und deren Wechselwirkungen eingegangen werden soll. «Wir wollen den Besuchern die Augen öffnen für die Zusammenhänge in der Natur und ihnen zeigen, weshalb es wichtig ist, genau hinzuschauen und mit der Natur sorgsam umzugehen», so Briner. Allerdings soll dies nicht mit dem Mahnfinger geschehen: «Die Besucher sollen selber entscheiden, was für die Natur gut ist. Die Ausstellung soll ihnen dafür als Grundlage dienen.»

Während neue Elemente in die Ausstellung kommen, sollen andere, die sich bewährt haben, auch in Zukunft in der Dauerausstellung ihren Platz haben. Dies gilt nicht nur für die Vitrinen, sondern für alles, was im Naturmuseum berührt werden darf oder mit dem man spielen kann. «Die Neugestaltung des Museums ist ein spannender und kreativer Prozess und eine Chance, eigene Ideen weiterzugeben», ist Thomas Briner überzeugt.

Handwerk von Grund auf gelernt

Viel gelernt hat der 38-Jährige während seiner siebenjährigen Tätigkeit im Bündner Naturmuseum in Chur. «In diesem vielseitigen Museum lernte ich das Handwerk von Grund auf kennen.» In Solothurn erhalte er nun die Gelegenheit, seine Erfahrungen einzubringen und zusammen mit seinem Team die vielen Ideen umzusetzen. Bei seiner Tätigkeit als Museumsleiter kann Briner aber auch auf die drei Jahre beim Bundesamt für Umwelt zurückgreifen, wo er für den Artenschutz der Säugetiere zuständig war.

Der Biologe mit Doktortitel ist überzeugt, dass es ihm auch nach dem Umbau nicht langweilig werden wird: «Unter anderem deshalb, weil in einem Naturmuseum Geschichten erzählt werden, deren Themen nie ausgehen.»

Die Neugestaltung der Dauerausstellung hat keine Auswirkungen auf die Wechselausstellungen. Diese werden wie bisher im Halbjahresrhythmus durchgeführt.