Wie ist es möglich, dass Schulkindern selbst garstigstes Aprilwetter die Frühlingsferien nicht vermiesen kann? Die Antwort findet man auf dem Robi am Tannenweg, auf dem «Güggi»-Spielplatz und in der «Villa 41». Rund 100 Kinder sind in dieser Woche wieder dem Ruf des Vereins Quartierspielplätze gefolgt. Ein Wochenprogramm bietet daheimbleibenden Kindern jeweils Geschichten, Basteleien, Spiele und Experimente abseits von Spielkonsole und Flimmerkiste.

Umso mehr, als dass «Näher zur Natur» – also das Markenzeichen der Ferienaktionen schlechthin – dieses Mal erst recht Programm ist. Beim «Güggi» haben Zwerg Tatatuck und Eichhörnchen Huschkusch das Sagen – und auf ihrer Entdeckungsreise zu den Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer sowie zum Kristallberg werden sie von 35 Kindern begleitet. Auf vielseitige Weise dringen die jungen Entdecker zu den Geheimnisse der Natur vor.

Frühlingsferien auf den Solothurner Quartierspielplätzen

Bewusstsein für die Elemente

So zum Beispiel entstehen bunte Regenmacher – ein Musikinstrument, dessen Ursprung in den trockensten Gebieten der Erde liegt, wo Wasser nicht zu den Selbstverständlichkeiten zählt: «Auf diese Weise schaffen wir ein Bewusstsein für die Elemente», sagt Milena Adamo, Assistentin im «Güggi». Doch egal, welches Programm gerade ansteht: Der elfjährige Lionel ist jedes Mal dabei und findet es Jahr für Jahr von neuem «sehr cool».

Ebenso Begeisterung bei den 25 Naturkundlern am Tannenweg in der Vorstadt: «Wir haben bisher Pfeilbogen und Traumfänger gebastelt», sagt die neunjährige Ambra, die zum zweiten Mal bei der Ferienaktion auf dem «Robi» dabei ist. Und während mit Pfeil und Bogen die Treffsicherheit verfeinert wird, surren den 25 Kindern in der «Villa 41» Pappflieger und Ballone um die Ohren: Hier liegt der Fokus gerade auf dem Element Luft. «Wir haben dazu verschiedene Experimente durchgeführt», erzählt der elfjährige Moritz.

Und der gleichaltrige Emil zeigt seine Kreation vom Vormittag: So entstehen kleine Kunstwerke – aus selbst fabrizierten Farben aus der Natur. Oder Skulpturen und kleine Fantasielandschaften aus Lehm. Und auch hier hat ein Klassiker Hochkonjunktur: der Traumfänger. Draussen fallen Schneeflocken vom Himmel – ideales Bastelwetter.

Zu den rund 100 Kindern gesellen sich jeweils auch eine Handvoll sogenannter Kindercoaches, denen der Spass ebenso anzusehen ist. Dazu zählt die 14-jährige Janina Rulka, die beim «Güggi» einem regelrechten Andrang der Teilnehmer gegenübersteht: «Als ich selbst noch jünger war und die Ferienwoche besuchte, waren Kindercoaches für mich Vorbilder», sagt sie: «Es ist cool, nun selbst als Kindercoach mitzumachen – und den anderen ein Vorbild zu sein.»