Wie es sich heute gehört, mit einem Selfie eröffnete Ober Sämi Hofer seine erste Narrenzunft-Honolulu-Generalversammlung im Alten Stephan. Begleitet von der Hilarimusig, mit Zunftlaterne und Zunftglocke, hielten die neu eine rote Seidenkrawatte tragenden Zünfter Einzug. Der Tambourenverein führte die Zunft weiter zur Säulenhalle, zum Roten Turm und zur Wirthen.

Seine erste Amtshandlung war Gringier Daniel Grädel zum Ehren-Lulu zu ernennen. Die erste Perle, der dienstälteste Zünfter und Vizeober Thomas Branger nahm sich den «Stedtli-Niuus» an. Nach der Melodie «Ich war noch niemals in einem Gondeli, ich war noch niemals auf dem Berg», reihte er Kalauer an Kalauer. «Es kommt so oder so nicht so», widmete er eine Ode dem Café Rust mit der Zusprache des «goldenen Härdöpfels» an Niggi Rust.

Der Ober streifte in seinem Jahresrückblick Gegebenheiten, wie warum die Chinesen nicht mehr kommen: «Weil Michael Brüderli mit der Suteria nach China ging. Die Solothurner Torte darf er jedoch wegen Zollvorschriften nicht anbieten, sie enthält Crème japonaise».

Toi, toi, toi

Als zweite Perle stieg der Heimatmuni aus dem Wasseramt, Reto Stampfli. Brandaktuell Unerhörtes berichtete der Oberchessler tiefsinnig. «Die Stadtpolizei und die UNO kämpfen gemeinsam gegen den menschlichen Urinstinkt. Weil Urin stinkt, sage ich nur Toi Toi Toi», persiflierte Stampfli die geplanten Pinkelstellen während der Fasnacht.

Der Ober sang und die Anwesenden «glöggelten» still, indem sie mit ihren Händen und bambelndem Finger als Klöppel eine Glocke bildeten – die Pause mit Einzug des Narrenfrankens war gekommen. Die «Affäre Fähre» animierte Ober Hofer, begleitet von der Conchita-Zunftwurst Beat Wyhler auf der Gitarre, zu einer gesanglichen Betrachtung dieser Wirren um das Aareinseli.

Als Brandstifter, wegen seiner spitzen Feder, wurde Fabian Schäfer vorgestellt. «Ist das ein schöner Tag gewesen, endlich fährt sie wieder unsere touristische Perle im neuen Glanz – die neue Fähre auf die Aareinsel», führte er auf die falsche Fährte. Nach dem Motto «to be or not drby» kreierte Schäfer wahre und unwahre Wortspielereien um die Gondelbahn-Einweihungsfeier. Auf die bevorstehenden Nationalratswahlen konnten sich auch die sieben Solothurner Nationalrätin und Nationalräte einstellen – die Gondeln haben nur sechs Plätze. Übrigens, Stadtpräsident Kurt Fluri habe die blaue Gondeli-Mütze nicht angezogen, da er sonst schon viele Hüte trage, rateburgerte Schäfer.

«Düeschters us dr Vorschtadt» liess Ober Hofer mit seiner Geschichte in der erdunkelten Gaststube erahnen. In der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober letzten Jahres stieg in der Vorstadt zuerst ein Räuchlein, dann Rauch und zuletzt eine Rauchsäule auf. «Die Vorstadt brennt», wurde am Aaremürli festgestellt und die Feuerwehr alarmiert. 40 Mann rückten aus, der Atemschutz voraus ins Epizentrum am Patriotenweg. Aus dem dichten Nebel kehrten die Männer zurück und meldeten: «Die Vorstadt brennt nicht, Hubers feiern nur Geburtstag».

«Wie eine Sommergrippe zu den Schulferien gehört, gehört Zunft-Hobbit Marco Lupi zum Hilari», kündete der Ober die vierte Perle an. Der Weissenstein war sein doppeltes Thema. Der Rede-Marathon zur «Jura-Bipperlisi»-Einweihung verleitete ihn zu den vielseitigsten Interpretationen, ehe er als Radioreporter Adalbert Johannes den nächsten Weissenstein-Schwinget kommentiert. Dabei ist auch als Gastreporter aus Wien Dagobert Herbert (Sylvan Studer). Weil die Schwinger- Eidgenossen wegen zu starkem Wind in den Gondeln stecken bleiben, steigen die kantonalen Eidgenossen, sprich Nationalräte ins Sägemehl. Bis zum Schlussgang Beatrice Heim – Roland Borer. Das Fazit: «Aus für beide Veteranen.» Mit Schlussbetrachtungen zur Fasnachtszeitplanung freute sich der Ober Platz, dass ab Schmutzigem Donnerstag in Honolulu alles «ungerobsi» sein wird.