Fasnacht
Narren müssen auf Landhaus und «Roter Turm» ausweichen

Zwei fasnächtliche Traditionsanlässe können für zwei Jahre nicht mehr in der «Krone» stattfinden, da diese bis 2014 umgebaut wird. An Hilari und Aschermittwoch muss in Honolulu deshalb umdisponiert werden.

Wolfgang Wagmann
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Im Restaurant des Hotels Krone verfolgten jeweils über 160 Gäste den Hilari und Aschermittwochabend. Das wird erst 2015 wieder möglich sein.ww

Im Restaurant des Hotels Krone verfolgten jeweils über 160 Gäste den Hilari und Aschermittwochabend. Das wird erst 2015 wieder möglich sein.ww

Auch wenn Aargauer, Gäuer und andere Nichtsolothurner schon den 11. November im Visier haben – hierzulande herrscht noch grosse Gelassenheit. Erst am 13. Januar, dem Hilaritag, startet auch Honolulu in die fünfte Jahreszeit.

Fasnachtsbeiz: Es gibt Hoffnung

Die «Krone» war schon immer eine Fasnachtshochburg in Solothurn gewesen - legendär der «Kronenball» vom Dienstag auf Aschermittwoch, der jedoch Anfang der neunziger Jahre eingegangen ist. Mit der Verlegung der eigentlichen Fasnachtsabende in den Saal, wo die Schnitzelbänke jeweils rund 200 dinierenden Gästen Verse vortrugen, wurde die Gaststube von der Familie Dörfler «fasnächtlich aufgegeben». Doch in den letzten zwei Jahren eröffnete eine wechselnde Fasnachts-Crew das Restaurant wieder an den vier wichtigsten Fasnachtsabenden, wobei die «Krone» selbst weiterhin die Saalgäste an den Schnitzelbankabenden bewirtete.

Aktuell steht eine Fasnächtler-Crew mit der Credit Suisse für eine fasnächtliche Nutzung des im Februar noch nicht im Umbau befindlichen Restaurants mitsamt Bar in Kontakt. Sollte keine Übereinkunft erfolgen, fehlt den neun bis zehn Solothurner Schnitzelbänken eine bisherige «Must-Adresse». Neben der «Krone» waren dies nur noch der «Türk» und am Sonntag wie Dienstag die «Wirthen» gewesen, am Donnerstag zusätzlich das Höflisingen und Schnbamu im Kultturm, am Sonntag und Dienstagabend jeweils noch das Stadttheater. Andere Beizen wie der «Rote Turm» oder der «Griech» am Stalden wurden, wenn überhaupt, nur punktuell besucht. Die Schnitzelbänke sind nicht wie die Guggen in der Guso zentral organisiert. (ww)

Mit dem Umgang der Narrenzunft Honolulu durch vier Traditionslokale in der Altstadt. «Wir wissen nicht, wie lange die Zunft schon in der ‹Krone› auftritt», muss Zunftober Peter Keller einräumen. Am besten sei die Quellenlage in Sachen «Alter Stephan», wo die Honolulesen seit 1888 nachweislich ihre Generalversammlung abgehalten haben. «Daraus entwickelte sich der Umgang, vorerst noch ohne Ansage». Die Leute sassen also am Hilari in den Beizen und hofften auf närrischen Besuch. Was so schon seit Jahrzehnten nicht mehr möglich ist: «Stephan» (nur für Aktive), «Krone», «Roter Turm» und auch das Zunfthaus sind jeweils hoffnungslos ausgebucht – oft jahrzehntelang von denselben Hilari-Fans.»

Es war gar nicht einfach

In den letzten Jahren habe der Druck vor allem auf die «Krone» zugenommen, so Keller. Deshalb der erneute Wunsch der Hotelierfamilie Dörfler, den Hilari wie die Schnitzelbankabende in den Saal zu verlegen, wo rund 200 statt gut 160 Gäste Platz finden. Die Narrenzunft lehnte wie schon in den neunziger Jahren ab – «wir müssen und wollen in der Beiz auftreten.»

Doch mit dem Verkauf des Hotels an Stadt und Kanton sowie dem geplanten Umbau bis ins Jahr 2014 änderte sich die Situation urplötzlich: Nicht nur für den Hilari, sondern auch die närrische Abdankung am Aschermittwoch musste Ersatz gefunden werden. «In der ‹Krone› haben wir ein anspruchsvolles und gutes Publikum», verweist der Zunft-Ober auf die dort präsente Prominenz wie den Stadtpräsidenten, Stadtschreiber und alt oder noch amtierende Regierungsratsmitglieder. «Die Leute möchten möglichst an den gleichen Tischen den Abend geniessen.» Doch gebe es kaum andere Lokalitäten mit genug Platz, der entsprechenden Ambiance und zentral gelegen. «Einfach wegfallen lassen können wir die beiden Anlässe nicht. Wir sind selbstbewusst genug, dass die Leute wegen uns, und nicht wegen der ‹Krone› kommen.»

Die Lösung war für den Aschermittwoch recht einfach: Da die närrische Abdankung nur zu Wirthen, im «Stephan» und eben in der «Krone» stattfindet, konnte man fürs Finale den «Roten Turm» dazunehmen. Dort gebe es in etwas gleichviel Platz und dasselbe gilt für die «Hilari-Lösung»: Am 13. Januar treffen sich die Gäste in der Säulenhalle des Landhauses. «Nächste Woche wird der Narrenschreiber mit den bisherigen ‹Krone›-Gästen telefonisch Kontakt aufnehmen.» Denn von Dörflers habe man bloss eine Tischliste mit Nachnamen und Telefonnummern.

Peter Keller bedauert den Wegfall der «Krone» persönlich sehr – 2015 beim möglichen Comeback der Zunft im Traditionshaus wird er sein Amt turnusgemäss abgegeben haben. Und am Aschermittwoch 2011 verpatzte ihm eine Hüftfraktur, zugezogen vor dem Dienstagsumzug, auch den geplanten «Krone»-Auftritt.