Solothurn

Namen-Ideen für den Platz hinter der Reithalle gäbe es genug

Über 150 Leserinnen und Leser machten Vorschläge, wie der namenlose Platz hinter der Reithalle Solothurn künftig heissen soll. Eine Jury der Stadt hat nun die Qual der Wahl unter rund 400 Vorschlägen. Favorisiert wird unter ihnen ein Schanzenplatz.

Sie waren kreativ, die 153 Leserinnen und Leser der «Solothurner Zeitung» sowie des «Azeigers»: Mehr als 400 Vorschläge für den künftigen Platznamen hinter der Reithalle sind eingegangen. Nicht weniger als 44 orientierten sich jedoch am Naheliegenden: der Schanze nebenan, der St.-Ursen-Bastion. In Sachen Quantität führt klar deshalb der Schanzenplatz oder auch Bastionsplatz die Vorschlagsliste an.

24 Teilnehmende sehen einen Öufi-, 11-i- oder Elfer-Platz als das Ei des Columbus. 18 ganz einfach den Fest- oder Eventplatz. Auf immerhin 14 Nennungen bringen es der Rythalle- oder Reithalleplatz. Wobei das Reiten auch zu Kreationen wie dem Rytirössliplatz, Reitplatz oder Reitstallwiese geführt hat.

Immerhin neun Personen könnten sich einen HESO-Platz oder auch eine HESO-Matte vorstellen, sechs einen Ambassadoren-Platz oder vier einen Zirkusplatz. Vereinzelt wird der Platz auch kombiniert mit den Begriffen Jura, Weissenstein oder Röti.

Hans Roth weit vor Peter Bichsel

Die Stadtsolothurner Plätze sind eigentlich allesamt nach ihrem Verwendungszweck (Märetplatz, Rossmarktplatz) oder nach Gebäuden und Ortschaften benannt – der Postplatz, Kronenplatz oder Riedholzplatz lassen grüssen. Nur ein Exot, der Börsenplatz, findet sich unter den Platz-Benamsungen. Skurriles wurde jetzt aber auch vorgeschlagen – wie etwa eine «Kartätschmatte».

Auffälliger ist aber, dass man in Solothurn offenbar wenig von Personenkult hält. Am ehesten würde man sich bei 16 Nennungen noch mit dem Rumisberger Bauern Hans Roth anfreunden, der Solothurn 1382 vor einer Mordnacht bewahrte – und dabei wahrscheinlich das heutige Areal hinter der Reithalle (hingerzi?) überquert hatte. Die Roth-Fans dürften bei der Jury jedoch auf ein Problem stossen: Unweit vom Friedhof St. Katharinen gibt es schon eine Hans-Roth-Strasse – denn Strassennamen wurden an Bürgermeister, Feldherren, Patriziergeschlechter, Politiker, Wissenschafter und Kunstschaffende haufenweise vergeben – nicht aber Platznamen.

So wurde der Kościuszko-Platz im 19. Jahrhundert schon nach wenigen Jahren schnöde in den heutigen Amtshausplatz umgetauft. Weil ihn niemand richtig schreiben konnte? Oder auf politischen Druck aus Deutschland, Österreich-Ungarn oder Russland, die damals Polen unter sich aufgeteilt hatten?

Urs und Viktor werden nur dreimal als «Platzpatrone» vorgeschlagen, genauso wie Bundesrat Willi Ritschard. Zweimal schafft es mit Peter Bichsel gar eine lebende Grösse unter die möglichen Platz-Namensgeber; einmal genannt werden Elisabeth Pfluger und Lilian Uchtenhagen. Nicht ein Thema sind der Fritz-Schneider- oder Kurt-Fluri-Platz. Noch nicht.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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