Reformierte Kirchgemeinde Solothurn

Nächste Runde im Pfarrwahlen-Krach der Reformierten Kirchgemeinde

Kirchgemeindepräsidentin Barbara Fankhauser verteidigte ihren Standpunkt.

Kirchgemeindepräsidentin Barbara Fankhauser verteidigte ihren Standpunkt.

Die Reformierte Kirchgemeinde Solothurn will am 12. Dezember eine neue Gemeindeordnung genehmigen lassen, die bereits im Vorfeld viel zu reden gibt. Im Fokus steht die Pfarrwahl, die neu in die Kompetenz des Kirchgemeinderates fallen soll.

Mit einer Informationsveranstaltung versuchten die Kirchenbehörden Klarheit zu schaffen. Ulrich Bucher, Geschäftsführer des Verbandes der Solothurner Einwohnergemeinden, der wesentlich an der Erarbeitung der neuen Gemeindeordnung beteiligt war, machte gleich klar, dass in der neuen Gemeindeordnung nichts enthalten sei, was nicht dem Gemeindegesetz entspreche und erklärte, weshalb eine Totalrevision nötig gewesen sei:

«Vieles in der alten Ordnung entspricht nicht mehr den heute gültigen Gesetzen und Vorgaben.» Er verwies zudem auf die seriös durchgeführte Vernehmlassung und konstruktiven Vorschläge, die in die neue Ordnung eingeflossen seien.

Pfarrer Gilomens Einwände

Sauer aufgestossen ist vor allem dem Bellacher Pfarrer Hermann Gilomen, dass die Pfarrpersonen inskünftig nicht mehr von der Basis, sondern vom Kirchgemeinderat gewählt werden sollen (wir berichteten). «Es geht um Öffentlichkeit und Demokratie», äusserte dieser sein Unbehagen vor den rund 30 erschienenen Besuchern.

«Lasst euch die Butter nicht vom Brot nehmen von einer kleinen Gruppe, die Macht übernehmen will und gebt die Kontrolle nicht auf», forderte er die Kirchenmitglieder auf, wachsam zu bleiben. Die Reformierte Kirchgemeinde Solothurn stehe kurz davor, zu einer privaten Firma zu verkommen und etwas preiszugeben, «das eine lange Tradition hat».

Pfarrer-Abwahl soll möglich sein

Dem hielt Koen De Bruycker, Pfarrer in der Weststadt und Präsident des Mitarbeiterkonvents, entgegen,, dass die neue Regelung im Konvent eingehend diskutiert worden sei und sich zuletzt sieben von acht Pfarrpersonen für die Pfarrwahl durch den Rat ausgesprochen hätten.

Dem Argument Gilomens, es sei kein Problem, einen Gegenkandidaten zu finden, wenn ein Pfarrer dem Rat nicht mehr genehm sei, hielt De Bruycker entgegen: «Gegen einen amtierenden Pfarrer anzutreten ist schwierig. Wer so etwas macht, findet entweder keinen anderen Job oder hat sonst ein Problem.» De Bruycker teilte entgegen Gilomen die Ratsmeinung, dass es möglich sein soll, einen Pfarrer abzuwählen.Kirchgemeindepräsidentin Barbara Fankhauser betonte, dass einem Pfarrer in dieser Situation alle Rekursinstanzen offen stünden.

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