Solothurn

Nachzahlen fürs Stadttheater Solothurn ist angesagt

Das Stadttheater nach der Sanierung aus dem Ei gepellt...

Das Stadttheater nach der Sanierung aus dem Ei gepellt...

Neben dem Budget 2016 und der Fusion Top 5 beschäftigten am Dienstagabend die Schulenplanung und ein Nachtragskredit für die Auslagerung des Theaterbetriebs während der Sanierung.

Auch ein knappes Jahr nach Wiedereröffnung des Stadttheaters beschäftigt das 20-Mio.-Sanierungsprojekt den Gemeinderat: Am Dienstagabend brütete dieser über einen Nachtragskredit von 661 000 Franken, der sich mit der Auslagerung des Betriebs während des Umbaus angehäuft hatte – zusätzlich zum bestehenden pauschalen Kostendach von knapp 1,2 Mio. Es handelt sich um Ertragsausfälle und Zusatzaufwendungen, die 2012 noch mit 762 000 Franken beziffert worden waren. Selbst hätte das Theater Orchester Biel Solothurn TOBS die Kosten nicht bewältigen können.

Die städtische Gesamtbelastung für die Auslagerung beträgt dennoch lediglich gut 1,2 Mio. Franken, einerseits da sich auf Bitte hin auch die Stadt Biel mit 75 000 Franken beteiligt. Andererseits wurde die Miete von 540 000 Franken in Abzug gebracht, die das TOBS für das brachliegende Stadttheater in anderthalb Jahren entrichtete.

Hilfsbereitschaft lasse zu wünschen übrig

Der Nachtragskredit passierte den Rat mit 25 Stimmen, bei 5 Gegenstimmen. Lea Wormser (SP) lobte die Sparanstrengungen des TOBS, die den Nachtragskredit um gut 100 000 Franken verringerten. Michael Schwaller (FDP) erinnerte an die damalige Absicht, den Kostenrahmen für die Auslagerung zwingend einzuhalten. «So sind es dennoch stolze 661 000 Franken, die ohne Beiträge Dritter zu entrichten sind. Das ist schlecht.» Brigit Wyss (Grüne) bedauerte die mangelnde Hilfsbereitschaft der Partner: «Doch jetzt müssen wir nach vorne blicken und mit den anderen Trägern die Kommunikation auf Augenhöhe pflegen.»

Claudio Hug drängte im Namen der CVP/GLP-Fraktion dazu, dass sich das TOBS um alternative Finanzierungswege bemühen soll. Er kritisierte das sich abzeichnende Muster: «Jedes Mal wenn das TOBS zu wenig Geld hat, soll der Steuerpflichtige zahlen.» Fast schon resigniert zeigte sich René Käppeli (SVP): «Wir machen hier Vergangenheitsbewältigung, ändern können wir ja nun ohnehin nichts mehr.» Hingegen hätte das TOBS während der Sanierung vom Mietzins befreit werden können.

Durchs Band steigende Schülerzahlen 

Noch vor der Debatte um den Voranschlag kam die Schulenplanung zur Sprache. Der von Schuldirektorin Irène Schori vorgelegte Bericht enthalte nichts, «was die Gemüter erhitzen würde», liess aber doch bei unsicheren demografischen Entwicklungen in die künftige Situation um Schulressourcen blicken. Allgemein, so zeigt die Schülerentwicklung über die nächsten sechs bis acht Jahre, werden die Schülerzahlen auf allen Stufen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe I steigen.

Ab dem Schuljahr 2017/18 rechnen die Prognosen der Schuldirektion beispielsweise damit, dass zwei weitere Kindergärten eröffnet werden müssten. Auf Primarstufe will man den steigenden Zahlen ebenfalls durch Neueröffnungen und durch zusätzliche Lektionen Herr werden. Was die Schulplanung erschwert, ist die Tatsache, dass die zahlenmässige Entwicklung je nach Quartier variiert. Beispielsweise sind im «Brühl» tendenziell kleinere Primarklassen zu finden. Dafür sei ebenfalls im «Brühl», genauer in der Tagesschule, die räumliche Situation bei der Mittagsverpflegung problematisch.

Weiter ging Schori auf gestiegenen Förderbedarf ein, was durch grössere Klassen, jüngere Schüler (früherer Einschulungstag) und oft auch Erziehungsmängel bedingt sei. Für Abklärungen zur bestmöglichen Platzierung könnte die Regionale Kleinklasse RKK helfen, die Februar 2016 eingeführt wird.

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