Solothurn
Nachwuchs-Tänzer bewiesen: Man tanzt nur mit dem Herzen gut

Bei der Schüleraufführung der Tanzschule Li-Danceunit sprang der Funke über. Die Tänzer und Tänzerinnen nahmen die Zuschauer mit in die zauberhafte Welt von «Der kleine Prinz». Auch die Kleinsten durften ihr Können unter Beweis stellen.

Deborah Onnis
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Tanzperformance im Konzertsaal Solothurn
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Hansjörg Sahli

Das lange Warten am Samstagnachmittag vor dem ausverkauften Konzertsaal zahlte sich aus. Inspiriert durch «Der kleine Prinz» von Antoine de Saint-Exupéry entführten die Schüler und Schülerinnen der Tanzschule Li-Danceunit mit Jazz, Modern, Vogue und Ballett die Zuschauer in die Welt der Träume.

Als Einstieg versetzte eine Diashow mit Bildern aus dem Zweiten Weltkrieg das Publikum in die Entstehungsgeschichte. Nachdenklich und traurig eingestimmt startete das Schauspiel in einem Kinderzimmer, wo der kleine Prinz, hervorragend gespielt von Romano Solano, einigen neugierigen Schulmädchen seine Geschichte zu erzählen begann und so eine Reihe von Tanzauftritten eröffnete.

Begleitet wurden die einzelnen Darbietungen von einem projizierten Hintergrundbild oder von Zitaten aus dem Buch von Antoine de Saint-Exupéry, die dem Zuschauer als Wegweiser dienten. Teilweise standen auch selbst gemalten Kartonkulissen im Hintergrund, die wie generell die Aufmachung sowie die Kostüme und Requisiten die Detailfreude der Choreografin und Regieleiterin Licia Piscopo ausdrückten. So fiel zum Beispiel auch das verzierte rote Samtkleid der Rose-Darstellerin Gessica Paradiso auf, in dem sich die Solistin gekonnt bewegte.

Bühnenpremiere für die Kleinsten

Bei der Aufführung zeigten Anfänger bis Fortgeschrittene, Kinder bis Erwachsene ihr tänzerisches und schauspielerisches Können. Besonders die jüngeren Gruppen der Drei- bis Fünfjährigen und die nächstfolgende Altersgruppe kamen auf der Bühne oft zum Zug. Die Kleinsten sorgten dabei als Sternchen, Blümchen und Prinzesschen für einen enormen Jö-Effekt beim Publikum, welches die winkenden «Baby Dancers» jeweils mit grossem Applaus als kleine grosse Stars von der Bühne verabschiedete.

Auch eine ältere Teen-Gruppe erntete mit ihrem sexy Outfit und ebenso sexy Choreografie Beifall von der Zuschauermenge, die sich stets mitreissen liess. Im unterhaltsamen Bühnenprogramm, welches auch einige Exkurse wie beispielsweise eine Modenschau beinhaltete, fehlten auch die Special Effects nicht. So gelang der überraschende Auftritt einer Gruppe, die sich vor ihrem Auftritt zuerst noch durch die Zuschauergänge tanzte.

Tarzan mag Bananen

Unterhaltsam war auch der «Dschungel-Tanz», bei dem die Tänzerinnen und Tänzer in Tarzankostümen zu Rockmusik die Bühne zum Beben brachten und zum Schluss in eine Banane bissen. In der grossen weiblichen Formation stach dabei Romano Solano als Mann und Tänzer heraus, der während der ganzen Aufführung bravourös in verschiedene Rollen schlüpfte.

Zu den lustigen Sequenzen gehörte auch das Duo zwei jüngerer Tänzerinnen in einer Flaschengeist-Szene – dabei konnte natürlich eine Dschinni-Öllampe, die direkt aus dem Disney-Trickfilm Aladdin entsprungen sein könnte, nicht fehlen. Nicht zu übersehen war vor allem bei den Jüngeren die Freude am Tanz und der Ehrgeiz, sich vor Publikum präsentieren zu können.

Mitreissendes Duo

Nach einigen Ausschweifungen war wieder der rote Faden zur Geschichte des kleinen Prinzen zu erkennen. Einer gelungenen Schlangenbiss-Szene folgte ein leidenschaftliches Solo des Hauptdarstellers Solano, der sowohl bei der Technik wie auch im Ausdruck überzeugte. Als grosses Finale tanzte der kleine Prinz mit der Rose-Darstellerin das mitreissende Duo, mit welchem sie in zwei Wochen an der Jazzdance Weltmeisterschaft in Polen antreten werden.

Fast überrumpelt wurde das Publikum beim Schlussapplaus, bei dem die vordersten Tänzer von der Bühne sprangen und neben den Zuschauern im freien Stil tanzten. Auf der Bühne, wo sich die Party fortsetzte, verbeugte sich die Leiterin nur kurz und verschwand hüpfend und tanzend in der feiernden Tänzermasse.