Ueli Wampfler wird in Brasilien gegen 14 Kandidaten aus acht Ländern um den Titel des weltbesten jungen Konditors kämpfen. Das Wettbewerbsprogramm umfasst ein Schaustück, zwei Torten, Glace und ein Sortiment von fünf verschiedenen Pralinés, sieben Dessertteller und zwei Figuren aus Marzipan oder Couverture.

Ueli Wampfler, 22-jährig, hat seine Ausbildung zum Konditor bei der Bäckerei-Konditorei-Confiserie Grellinger in Reinach BL absolviert. Heute arbeitet er bei der Suteria in Solothurn. «Die Suteria ist für die Qualität ihrer Produkte auch in Basel bekannt, deshalb habe ich mich entschieden, hierherzukommen», sagt Ueli Wampfler. «Hier fühlte ich mich von Anfang an sehr wohl, das Arbeitsklima ist angenehm, und die moderne Produktion bringt viele Vorteile.»

Um sich optimal auf die WM vorbereiten zu können, reduzierte er sein Arbeitspensum auf 60 Prozent und trainierte abends nach der Arbeit. «An insgesamt fünf Probeläufen habe ich mein WM-Programm eins zu eins geübt», sagt Wampfler. An der WM wird nicht im Team, sondern alleine gekämpft. Die zur Verfügung stehende Zeit beträgt insgesamt 16 Stunden, auf zwei Tage aufgeteilt. Das Thema des Schaustücks kann von jedem Konditor frei gewählt werden. Ueli Wampfler entschied sich schnell einmal. «Als ich im November 2011 die Zusage für die WM bekam, brachte die Band Coldplay ihr neues Lied «Paradise» heraus. Ich liess mich inspirieren, weil es persönlich ist und mich nicht zu fest einschränkt». Bewertet werden in São Paulo die Ausführung, der Geschmack, die Optik, der Schwierigkeitsgrad, die Innovation, die Arbeitsweise, die Hygiene und die Sauberkeit. Unter Obhut des Internationalen Verbands für Confiseure, Pâtissiers und Eishersteller UIPCG wird eine internationale Jury den weltbesten jungen Konditor küren.

«An der WM werden viele Faktoren über das Podest entscheiden. Alle 14 Teilnehmer sind auf ihre Art und Weise gut, sonst wären wir nicht an einer WM. Ich werde mein Bestes geben und will zufrieden nach Hause fliegen», sagt der Konditor. Ob Ueli Wampfler als Weltmeister nach Solothurn zurückkehren wird, entscheidet sich in der kommenden Woche vom 12. bis 16. November.

Wampflers Energie scheint ansteckend zu sein. An der Culinaria in Biel gewannen letzte Woche die Suteria-Lehrlinge 5-mal Gold, einmal Silber und 2-mal Bronze. «Ich gebe gerne Tipps und zeige neue Techniken. Es ist wichtig, dass man sein Wissen an interessierte junge Leute weitergibt und sich dafür auch Zeit nimmt. Nur so gibt es gute Berufsleute», sagt Wampfler. Dass der Erfahrungsaustausch wichtig ist, zeigt sich auch bei der Herstellung neuer Produkte. Wie bei der Weihnachtsedition der Schokoladentafel, die ab Dezember erhältlich ist. «Solch spezielle Produkte entstehen über mehrere Etappen und in einem Team. Es wird degustiert, man gibt Inputs und entscheidet sich am Schluss für das beste Ergebnis», erklärt Wampfler. Eines ist auf jeden Fall klar: in der Weihnachtsschokolade werden neben Zimt- und Lebkuchengeschmack auch Ueli Wampflers brasilianische Sommerlaune stecken.