Solothurn
Nächstes Jahr gibt es in der Jesuitenkirche statt Lieder und Orgelklang Gerüste

Die Jesuitenkirche in der Solothurner Altstadt muss saniert werden. Für die Dauer der Arbeiten wird die Kirche geschlossen. Die Arbeiten beginnen im Januar und werden in einem Zug durchgeführt, um die Kirche vor Ende 2015 wieder eröffnen zu können.

Wolfgang Wagmann
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Beim Altstadtbrand im März 2011 hatte die Jesuitenkirche Glück
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Beinahe hätten die Flammen 2011 auch die Kirche erreicht
So ähnlich wie sich St. Ursen 2011 präsentiert hatte, wird die Jesuitenkirche 2015 aussehen.
Das Dach der barocken Jesuitenkirche wurde bereits restauriert
Restauriert sind bereits die Seitenaltäre.
Die hervorragende Akustik lockt viele Konzertveranstalter in die Jesuitenkirche.
Auch die Singknaben treten oft in der Jesuitenkirche auf
Solothurner Jesuitenkirche wird saniert
Ein Anziehungspunkt ist jeweils die Ambassadorenkrippe in der Adventszeit
Die Otter-Orgel wurde bereits 2011 restauriert

Beim Altstadtbrand im März 2011 hatte die Jesuitenkirche Glück

Wolfgang Wagmann

«Die Kirche wird aus Sicherheits- und Effizienzgründen geschlossen», erklärt Karl Heeb, Präsident der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde. Diese hatte an ihrer jüngsten Versammlung einstimmig das Grossvorhaben und den Objektkredit von 3,48 Mio. Franken genehmigt - wobei nach Spenden, Beiträgen des Kantons und Bundes sowie der Synode noch ein Restbetrag für die Kirchgemeinde von 1,46 Mio. Franken bleiben soll.

Eine Summe, die auch als «tragbar» eingestuft wird. «Es ist für uns ideal, dass wir den Entscheid schon jetzt haben», meint Heeb weiter, «damit bleibt uns der Rest des Jahres für die Planung, Vorarbeiten und die Submissionen.»

Im Januar 2015 sollen die Arbeiten beginnen, womit ab dann die Kirche «ausser Dienst» gestellt sein wird. Mit der Total-Eingerüstung, die sich 2011/12 auch bei der weit umfangreicheren Innen-Renovation und -Säuberung der St.-Ursen-Kathedrale bewährt hat, verzichtet man auf eine Etappierung, die Gottesdienste und Konzerte ebenfalls fast verunmöglicht hätte.

«Mit den Arbeiten in einem Zug hoffen wir, die Kirche für die Adventszeit 2015 wieder öffnen zu können», verweist der Kirchgemeindepräsident auf den konzertreichen Dezember, der in der Jesuitenkirche stets auch die Präsentation der barocken Ambassadorenkrippe bringt.

Einiges ist schon gemacht

Die Ausgangslage in der Jesuitenkirche ist gegenüber der St.-UrsenKathedrale jedoch eine ganz andere: Nach der Brandstiftung anfangs 2011 war die ganze Kathedrale verrusst, was auch die Generalüberholung der Orgel notwendig machte.

Die Otter-Orgel in der Jesuitenkirche wurde dagegen schon 2011 völlig restauriert, Gleiches gilt für die sechs Nebenaltäre unter dem ebenfalls erst sanierten Kirchendach. Ebenfalls instand gestellt wurde 2007 die Hauptsakristei, ein Jahr zuvor auch die gesamte Beleuchtung mitsamt den elektrischen Installationen. Die Bodenheizung der Kirche ist erst im Vorjahr saniert worden und in gutem Zustand.

Es bleibt eine lange Liste

Trotz dieser Aktivposten listet der verantwortliche Architekt Pius Flury viele Mankos auf, die behoben werden müssen. Beispielsweise «der Hochaltar ist aus einem Stück gefertigt, er weist zahlreiche Beschädigungen an Farbfassung und Vergoldung auf.»

Oder: «Die Kirchenbänke bieten einen schlechten Sitzkomfort, die Sitzflächen sind nach unten geneigt und schmal, die Beinfreiheit wird durch die Kniebänke stark eingeschränkt», betont der Bericht, was jeder Konzertbesucher aus leidvoller Erfahrung nur bestätigen kann. Ein Umbau der Bänke gehört deshalb zum Bauprogramm.

Das Hauptaugenmerk der Renovation gilt den Deckengemälden und der Stuckatur. Die früheren Renovationen mit Leimfarben, die nur eine begrenzte Haltbarkeit aufweisen, führen nun zu grösseren Problemen, teilweise wird der Zustand gar sogar als «kritisch» beurteilt.

Und natürlich sind auch grosse Teile des Kircheninnern von einer «recht regelmässigen» Oberflächenverschmutzung befallen, die mit der Total-Eingerüstung ebenfalls beseitigt werden kann.

Trotz der erwähnten Beleuchtungssanierung steht die Umstellung von Halogen auf ein LED-Konzept analog zu St. Ursen zur Diskussion, was angesichts des Gerüsts ebenfalls kostengünstig bewerkstelligt werden könnte. Zudem ist ein einheitlicheres Möblierungskonzept des Chorraums vorgesehen.

Als grosser Vorteil wird bei den anstehenden Arbeiten der Erfahrungsschatz angesehen, der sich bei der Sanierung der St.-Ursenka-Khedrale angesammelt hat. Seien doch sämtliche Personen und Gremien wie damals «in gleicher Funktion für die Jesuitenkirche im Amt».