Solothurn
Präsidentin der IG Märet: «Der Markt ist die sicherste Art zum Einkaufen»

Der Wochenmarkt in der Solothurner Altstadt wird trotz verschärfter Coronamassnahmen unverändert durchgeführt. Elsbeth Lanz, Präsidentin der Interessensgemeinschaft Märet, erklärt aus der Perspektive der Marktfahrerinnen und Maktfahrer, wie sich die Situation am Markt derzeit darstellt.

Judith Frei
Drucken
Teilen
Am Wochenmarkt in der Stadt Solothurn gilt Maskenpflicht.

Am Wochenmarkt in der Stadt Solothurn gilt Maskenpflicht.

Michel Lüthi

Wir befinden uns jetzt im zweiten Lockdown, der Wochenmarkt findet aber wie gewohnt statt. Sind sie froh darüber?

Patrick Luethy

Elsbeth Lanz: Ja, sehr. Für die Marktfahrer ist der Markt kein Hobby, sondern ihr Verdienst. Nicht jeder Produzent kann bei sich zu Hause einen Hofladen einrichten und zählt daher auf den Verdienst des Wochenmarkts.

Letztes Jahr fiel der Markt bis zu den ersten Lockerungen aus. In dieser Zeit wurde er auf dem Schanzenplatz durchgeführt.

Genau. Den Standort Schanzenplatz hat die Stadt vorgeschlagen und zur Verfügung gestellt. Wir waren damals sehr froh, dass wir den Markt überhaupt durchführen konnten. Der Standort war nicht schlecht, aber wir hatten deutlich weniger Kundschaft.

Jetzt ist der Markt wieder in der Altstadt. Funktioniert das gut?

Ja. Die Leute haben sich an die Schutzkonzepte gewöhnt und sind diszipliniert. Masken tragen und Abstand halten sind zur Gewohnheit geworden. Dadurch, dass weniger Menschen als normalerweise an den Markt kommen, haben wir sehr viel Platz. Der Vorteil am Standort in der Altstadt ist, dass die Kundschaft weiss, wo wir sind. Ausserdem sind die Kundschaft und die Marktfahrer in den Gassen ein wenig vom Wetter geschützt.

Sind sie lieber in der Altstadt als auf dem Schanzenplatz?

Die Altstadt ist ideal. Auch die Cafés und Geschäfte profitieren in normalen Zeiten davon, dass durch den Markt mehr Leute in der Stadt sind. Aber wir profitieren auch von deren Kundschaft, es ist ein Miteinander.

Gibt es Veränderungen am Markt?

Wir haben zwei Stände weniger auf dem Markt, da es sich für sie wirtschaftlich nicht mehr lohnt.

Kommen so viel weniger Leute an den Märet?

Im Vergleich zu anderen Jahren sind über das ganze Jahr weniger Leute an den Markt gekommen. Ich höre aber von vielen Kundinnen und Kunden, dass der Markt der einzige Ort ist, wo sie einkaufen gehen, da man sich unter freiem Himmel gute Produkte einkaufen kann. Der Markt ist meines Erachtens die sicherste Art zum Einkaufen.

Wieso kommen viele nicht?

Das weiss ich nicht. Möglicherweise kommen viele nicht, weil sie grundsätzliche Angst haben, unter die Leute zu gehen, oder sie wissen nicht, dass der Markt durchgeführt wird. Das sind aber nur Spekulationen.

Sind sie zufrieden mit der jetzigen Situation?

Ja natürlich. Auch wenn wir weniger einnehmen, haben wir wenigstens einen Verdienst. Das haben viele Läden und alle Cafés in der Altstadt nicht.