Nach einem durchschnittlichen Geschäftsjahr 2010 hat die Raiffeisenbank Solothurn nun Grosses vor: Nach Ostern beginnt der Umbau des völlig leer stehenden Wagner-Teuscher-Hauses am Kronenplatz zum neuen Geschäftssitz der Bank. Der 13,5-Mio.-Umbau soll bis Ende 2012, Anfang 2013 vollendet sein. «Wir platzen an unserem jetzigen Standort am Kronenplatz aus allen Nähten», meint VR-Präsident Matthias Miescher mit Blick auf die 20 Angestellten, die sich die Räume des Hauses am Kronenstutz teilen müssen. «Der jetzige Geschäftssitz war für eine Bank nicht sonderlich geeignet» – deshalb wird das Haus nach Bezug des neuen Hauptsitzes verkauft, so Miescher.

Insgesamt zählt die Raiffeisenbank 35 Mitarbeitende, wovon 15 im Back-Office am Rosenweg untergebracht sind. Ursprünglich bestand die Absicht – und sie wurde auch vorübergehend umgesetzt –, in Langendorf ein gemeinsames Back-Office mit der Raiffeisenbank Weissenstein zu betreiben. Doch habe sich dies «führungsmässig» nicht bewährt betont auch Richard Burgener, Vorsitzender der Bankleitung.

Ein Haus für die Bank

Die Raiffeisenbank Solothurn mit ihren 7031 Genossenschafterinnen und Genossenschaftern hat auch die Filiale Feldbrunnen aufgegeben. «Die qualifizierten Hauptberatungen finden inzwischen fast ausschliesslich im Hauptsitz statt», erklärt Richard Burgener. Ein weiterer Grund war, dass die bisherige Stelleninhaberin eine neue Aufgabe suchte, und der letzte wohl die Tatsache, dass die Bank im neuen Sitz am Kronenplatz über genügend Platz auch für die Kundenberatung verfügen wird. «Wir werden bis auf die zwei Obergeschosse, die wir vorläufig vermieten und so in Reserve halten, das ganze Haus für die Bank nutzen», zeigt Matthias Miescher die Dimension des neuen Hauptsitzes auf, der als Investition im Januar von der Raiffeisen-Zentrale in St. Gallen bewilligt worden war.

Die ersten drei Monate des Umbaus seien nur Räumarbeiten gewidmet. «Der grösste Teil des Umbaus erfolgt von hinten, so wird auch der Kran in der Rathausgasse stehen», erklären dazu die beiden Verantwortlichen.

Neu mit zwei Frauen

Bis die neue Schalterhalle mit Bancomat dem Kronenplatz ein neues Gesicht gibt, muss sich auch die Raiffeisenbank Solothurn den Herausforderungen der Zeit stellen. «Wir setzen auf Qualität», erklärt Richard Burgener die eher durchwachsenen Zahlen des Vorjahres, das zwar mit einem höheren Jahresgewinn abschliesst, aber nur dank einem rigiden Regime beim Aufwand, der vor allem wegen der neuen regulatorischen Vorschriften für alle Banken ständig gestiegen sei (vgl. rechts). Doch wurden 2009 nach dem 7-Mio.-Verlust von 2008 auch die internen Abläufe neu aufgegleist, was zeitweise bis zu zehn zusätzlichen Stellen entsprach, die Raiffeisen Schweiz nach Solothurn abdelegiert hatte. Inzwischen wurde auch der sechsköpfige Verwaltungsrat mit der Finanzfachfrau Pia Stebler und Anita Panzer (PR und Kommunikation) ergänzt.