In der Fusionsdebatte zählte er zu jenen Exponenten, die kein Blatt vor den Mund nahmen, um Schwachpunkte eines Schulterschlusses zwischen Solothurn und Zuchwil zu erörtern: Beat Käch, FDP-Gemeinderat und Finanzkommissionspräsident von Solothurn.

Während Stadtpräsident Kurt Fluri eine Steuersenkung auch bei einer Annahme der Fusion als realistisch betrachtete, sah dies Käch ein bisschen anders. Er fürchtete gar, das stattliche städtische Vermögen von aktuell rund 30 Mio. Franken würde sich bei einer «Heirat» halbieren.

Nun hat er allen Grund, aufzuatmen – und neue Absichten einer Steuersenkung anzupeilen. «Für mich ist klar, dass zumindest die Diskussion darüber in Gang kommen muss», so Kächs Schlussfolgerung auf Anfrage. «Vor allem innerhalb der Finanzkommission müssen wir darüber reden.» Für möglich und wünschbar hält er 110 Prozent, was ein vermindertes Steuersubstrat von rund zwei Mio. Franken ausmachen würde.

Zu Kächs Absichten gibt nicht zuletzt Fluris Einschätzung Anlass, dass die Rechnung 2015 mit rund sechs Mio. Franken Überschuss abschliessen könnte – bei einem budgetierten Minus von 1,5 Mio. Franken. Dass die finanzielle Entwicklung der Stadtkasse – positiverweise – so schwierig einzuschätzen ist, liegt weitgehend an den einnahmeseitig auftretenden Taxationskorrekturen. «Natürlich müssen wir aufpassen, dass das Budget dadurch mit der Zeit nicht unglaubwürdig wird, weil wir davon ausgehen, dass es ‹sowieso besser rauskommen wird›», wendet Käch ein. «Auch kommen gerade bei den städtischen Schulanlagen einige Investitionen auf uns zu.»

Ferner müsse Steuerpolitik nachhaltig sein – «und gerade die Besteuerung juristischer Personen, die in Solothurn zum Glück nur einen Zehntel des Steuersubstrats ausmachen, ist volatil.» Allerdings habe man selbst bei einer fortlaufenden Senkung von 129 auf 115 Prozent in den letzten Jahren Vorhaben wie das Stadttheater stemmen können – «und das war nachhaltig, was auch die Linken zugeben müssen.» Ausserdem müsse man bei einem so grossen Eigenkapital dem Steuerzahler entgegenkommen. Im November dann dürfte der Gemeinderat in seiner Budgetdebatte das Thema einer Steuersenkung anschneiden – und an die Gemeindeversammlung im Dezember weiterreichen.