Das Solothurner Achterrennen feiert am kommenden Samstag, 4. November, mit einer neuen Rekordbeteiligung seinen 30. Geburtstag. Nach einer Pause von rund zwölf Jahren startet zum Jubiläum wieder ein Frauenachter in den Farben des Solothurner Ruderclubs (SRC). Die Rennstrecke führt vom Bootshafen des TCS Campingplatzes Aare aufwärts um das Inseli «Länggrien» und zurück zum Bootshafen.

Start in zwei Serien

Neben dem Frauenachter ist für Solothurn auch der Männer Masterachter unterwegs. Die Boote starten in zwei Serien einzeln im Abstand von rund 30 Sekunden. Die erste Serie beginnt um 12 Uhr, die zweite um 13.30 Uhr. Ein Besuch lohnt sich jedoch schon vor dem Rennen, um das Gewusel von Athleten und das Durcheinander von Booten, Riemenrudern, Skulls und Bootsböcken zu beobachten.

Irgendwie werden die rund 18 Meter langen und 95 Kilogramm schweren Achterboote durch das Gewühl hindurchgeschleust und gewassert. Das muss geübt sein, damit jeder Handgriff der acht Träger sitzt. Denn die eleganten Rennachter sind empfindlich und wollen möglichst sanft behandelt werden. Nicht nur sie: Auch die Athleten können sich vor Verletzungen schützen, indem sie das Bootsgewicht optimal verteilen und alle etwa gleich stark belastet werden.

Endlich wieder ein Frauenachter

Vor rund einem Jahr startete das Projekt des Frauenachters. Die Initiantin holte zwei ehemalige Rennruderinnen an Bord, um den Plan anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums umzusetzen. Die drei Frauen sassen vor rund zwölf Jahren zusammen in einem Frauenachter, seither fanden sich nicht mehr genügend Ruderinnen für das Grossboot. Auch dieses Jahr war es nicht ganz einfach: die Mutter der Idee wurde im Verlaufe der Aufbauphase schwanger, ebenfalls eine weitere wichtige Teamstütze aus dem Initiantinnenteam. Und so trainierte die Crew in immer wieder wechselnder Besetzung und musste sich dauernd neu finden.

Apropos Ruderinnen: Nur sieben Jahre vor der Premiere des Achterrennens nahm der Solothurner Ruderclub – nicht zur Freude aller Mitglieder – die erste Frau auf. Die Frauen haben im Laufe der Zeit aber mächtig aufgeholt, starten doch heute in Solothurn meistens mehrere Frauenachter.

Offen für alle

Im Herbst 1988 lud der Solothurner Ruderclub erstmals zu einem Achter-Langstreckenrennen ein. Der Start erfolgte etwas unterhalb von Altreu, was bis zum Bootshaus des SRC eine Rennstrecke von sieben Kilometern ergab. Das Rennen wurde in den folgenden Jahren regelmässig durchgeführt und ist offen für alle Alters- und Leistungskategorien: Junioren, SeniorInnen (Elite) und Master (Mindestalter 27 Jahre). Es dient vielen Teilnehmenden als Standortbestimmung vor dem Wintertraining, sei es individuell oder als Mannschaft. Auch bei Juniorinnen und Junioren ist der Anlass beliebt, können sie hier doch oft erste Rennerfahrungen sammeln.

Einst Rennen durch die Stadt

Nach einigen Jahren änderte die Strecke. Das Rennen führte nun vom Kraftwerk Flumenthal zum Bootshaus, also mitten durch die Stadt und war für das Publikum sehr attraktiv. Die Zuschauer konnten das Rennen auf den Brücken aus nächster Nähe verfolgen. Neue Brückenbauten machten dann leider nochmals eine Änderung nötig: Zuerst war die Durchfahrt unter der Rötibrücke zeitweise nicht passierbar, als diese einem Neubau weichen musste und abgerissen wurde. Kurz darauf gab es neue Baustellen oberhalb des Bootshauses, wo die Fussgängerbrücke und der Autobahnzubringer erstellt wurden.

Aktuell starten die Boote nacheinander im Abstand von 30 Sekunden vor dem Bootshafen beim TCS-Camping. Gewassert wurde bis vor zwei Jahren ohne Steg im seichten Wasser. Heute ist es viel bequemer. Der Steg, welcher anlässlich der Renovation des SRC-Bootshauses provisorisch erstellt worden war, dient den Teilnehmenden als Start- und Landestelle. Die 10-Kilometer-Strecke führt bis auf die Höhe des Hofes Riemberg und nach einer Wende ums Inseli «Länggrien» flussabwärts zurück zum Bootshafen. (src)

In der Regattabeiz erhalten Gäste die traditionelle Suppe, Kaffee und Kuchen oder Leckeres vom Grill. Gemeldete Boote: www.solothurner-ruderclub.ch