An der Jahrestagung des Vereins Freunde des Museums Altes Zeughaus (MAZ) sprach Urban Fink zum Zeitenwandel vor 100 Jahren, der in der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, wie der 1. Weltkrieg häufig genannt wird, gipfelte.

Es gelang ihm eine ausgezeichnete, spannende Auslegeordnung von Entwicklungen und Gegebenheiten aus aller Welt, der Schweiz und dem Kanton Solothurn. Einige der von Fink präsentierten Tatsachen lösten Schmunzeln aus: So gab es anno 1911 im Kanton Solothurn 5627 Pferde und 61 Autos.

Er war einer der höchstindustrialisierten Kantone; trotzdem herrschte ein karges Leben, die Wohnflächen waren klein, das Einpersonenbett unüblich. 1912 wurde zwar über das Kranken- und Unfallversicherungsgesetz abgestimmt, eine Altersvorsoge (AHV) oder Erwerbsersatzordung (EO) gab es nicht. All das führte zu sozialer Unrast, die sich 1918 im Generalstreik entlud.

Nicht für den Krieg vorbereitet

Der Kanton war wie die Schweiz militärfreundlich eingestellt. 1907 wurde das neue Zeughaus an der Luzernstrasse erbaut, nicht zuletzt um Wehrwillen und -fähigkeit zu demonstrieren.

Da ist man im Vergleich zum MAZ versucht zu sagen: «Wie sich die Bilder gleichen.» Gleiches gilt für die Aussagen «nie wieder Krieg», «Frieden für unsere Zeit», die kurz vor den beiden Katastrophen getan wurden.

Und Urban Fink erinnerte daran, dass die Schweiz auch anno 1914 nicht für den Krieg vorbereitet war und einem direkten Angriff kaum standgehalten hätte. Diese und viele weitere Zahlen, Fakten und Daten wird Fink im Herbst im Buch «Der Kanton Solothurn vor 100 Jahren, Anmerkungen zur Zeit der Grenzbesetzung» veröffentlichen.

Veränderungen im Verein

Im Verlauf der Generalversammlung berichtete Präsident Peter Platzer berichtete, dass der Umbau des Zeughauses auch im abgelaufenen Jahr Schwerpunkt der Vorstandsbemühungen war, die leider wenig erfolgreich verlaufen seien: Die kantonsrätlichen Kommissionen befürworteten den Umbau mit Innenlift und Innentreppe.

«Damit wird das Raumgefühl zerstört und ein Drittel der Ausstellungsfläche fällt dem Umbau zum Opfer.» Der Vorstand habe beschlossen, das Ende des Umbaus und die neue Ausstellung abzuwarten und dann zu entscheiden, wie weit sich der Verein noch mit den neuen Gegebenheiten identifizieren könne.

Kassier Walter Pretelli legte die Jahresrechnungen vor: Bei Einnahmen von 6200 Franken weist die Vereinskasse ein Ergebnis von 5250 Franken aus, die dem Gönnerfonds zugewiesen wurden.

Aus diesem wurden ein Gutachten bezahlt und ein Beitrag an ein Handbuch geleistet, so dass er immer noch über rund 57 000 Franken verfügt. Nachdem sich das Budget 2015 im gleichen Rahmen bewegt, sollen die Vereinsbeiträge unverändert bleiben.

Alle Berichte und das Budget wurden widerspruchslos gutgeheissen. Rudolf E. Beglinger ist nach vielen Jahren als Beisitzer aus dem Vorstand zurückgetreten. Als Nachfolger konnte Stefan Mäder gewonnen werden. Nach vielen Jahren ist auch Revisor Andreas Schulthess zurückgetreten; er konnte durch Doris Katzenstein ersetzt werden.