Die «beste Talkshow aus Solothurn», wie sie die Verantwortlichen Vera Probst und Jens Wachholz auf ihren Flyern nennen, erlebte in der Kulturgarage bereits die fünfte Episode der anfangs Oktober des letzten Jahres lancierten, zweiten Staffel statt. Mit den prominenten Gesprächsgästen wie dem Stadtpräsidenten Kurt Fluri und den Kulturschaffenden Pipo Kofmehl sowie Heinz Urben wurde den rund 80 Gästen gute Unterhaltung geboten.

«Lidl lohnt sich nicht»

In der ersten Programmhälfte wurde der Schwerpunkt auf Ereignisse in der Stadt Solothurn gelegt, die vom moderierenden Jens Wachholz auf die Schippe genommen wurden. Selbst abgedrehte Videoeinspielungen, in welchen beispielsweise in melancholischer Manier vom ehemaligen «Manor Food» auf dem Schanzmühleareal geschwärmt und gleichzeitig die Eröffnung der Lidl-Filiale satirisch umschrieben wurden, sorgten beim Publikum für grosses Gelächter.

Mit einem Bilderrätsel, bei welchem das Publikum involviert wurde und es «eine Einkaufstasche in Signalfarben der Solothurner Filmtage», wie es Wachholz nannte, zu gewinnen gab, animierte der Moderator das Publikum zur Selbstunterhaltung. So war es denn auch, dass aus dem Publikum die wildesten Annahmen zum gesuchten Wort hineingerufen wurden, bis schliesslich irgendwo im Trubel die bildlich umschriebenen Begriffe erraten waren.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Solothurner Kultrockband «the failures», die zwei ihrer Songs zum Besten gab und anschliessend von Wachholz zum Gespräch auf das «Talkmastersofa» gebeten wurde. Im Gespräch eröffnete die Band dem Publikum Einblicke in die Arbeit an ihrem neuen Album, welches im September erscheinen wird.

Einzigartiges Kultur-Netzwerk

Ein wenig ernster wurde es nach der Pause im zweiten Teil der Veranstaltung. Nachdem die Gesprächsgäste Kurt Fluri, Heinz Urben und Pipo Kofmehl auf dem Sofa platzgenommen hatten, diskutierten sie über Kultur in Solothurn. Zentrale Themen waren einerseits die Entwicklung und die Förderung der Kultur in Solothurn, andererseits was Kultur überhaupt alles beinhaltet.

Im Gespräch erläuterten die Gäste, dass in Solothurn in den letzten Jahrzehnten viel gemacht wurde, um die Kultur am Leben zu halten. Für diese Entwicklung ist nach Ansicht der Gesprächsgäste vor allem die gute Vernetzung zwischen den einzelnen kulturellen Organisationen verantwortlich, die sich schon 1997 zentral organisierten, um Konkurrenz zu vermeiden und Synergien zu nutzen. Pipo Kofmehl: «Mit Solopool haben wir hier in Solothurn ein Kulturnetzwerk geschaffen, das es meines Wissens in der Schweiz in dieser Form nirgends sonst gibt und einzigartig ist.»

Auch die Verteilung von Fördergeldern an Kulturschaffende war ein Thema. So sei es nicht immer einfach, alle gerecht zu behandeln, damit jedermann mit einem kulturellen Projekt fair von der Stadt unterstützt wird, erklärte Stadtpräsident Kurt Fluri. Weiteres Thema war die Herausforderung durch dier Digitalisierung. Ans Aussterben der Kultur in Solothurn glaubte niemand von den drei Gästen. Heinz Urben: «Umfragen zeigen bei Schülern, dass diese trotz Netflix und anderen Streaming-Diensten das Kinoerlebnis immer noch schätzen. Dies beweist, dass auch bei jüngeren Leuten, die mit der Digitalisierung aufgewachsen sind, ein Sinn für Kultur vorhanden ist.» Punkt 11 nach 11 beendete Wachholz den Talk und verwies auf die nächste Episode am 21. März.