Nach dem Brand vom 26.November 2018 kamen drei überlebende Kinder ins Spital. Ein schwer verletztes eritreisches Kind im Schulalter verstarb zwei Tage später. Damit stieg die Opferzahl auf sieben.

Die zwei Kleinkinder des verstorbenen äthiopischen Ehepaares – eines schwer und eines mittelschwer verletzt – erholten sich im Spital. Eines davon ist das Baby, welches mit einem Wurf aus dem Fenster gerettet wurde. Nach knappen zwei Wochen in Pflege konnten die beiden das Spital verlassen, teilt die Einwohnergemeinde Solothurn mit. Medizinisch gesehen seien sie wohlauf. Über die Art der zugezogenen Verletzungen gibt es von seiten der Stadt keine weiteren Auskünfte. «Wir haben Kenntnis davon, dass die Kinder aus medizinischer Sicht gesund aus dem Spital entlassen wurden», so Domenika Senti, Leiterin der Sozialen Dienste Solothurn auf Anfrage.

Um sich von den tragischen Ereignissen zu erholen und Ruhe zu finden, wurden die Kinder in einem vertrauten Umfeld untergebracht: «Mit diesem verbindet sie nicht nur die gemeinsame Sprache, sondern auch die ihnen bekannte Kultur», heisst es in der Mitteilung weiter. Die zukünftige Unterbringung koordiniert die Vormundin eng mit dem Umfeld der Kinder und der Kindesschutzbehörde.

Es ist geplant, die beiden in einer Pflegefamilie unterzubringen. «Wir werden unbürokratisch für sie sorgen», sagte Regierungsrätin Susanne Schaffner am Samstag an der Trauerfeier für die Opfer des Brandes.

Regierungsrätin Susanne Schaffner: «Für die Waisen wird unbürokratisch gesorgt.»

Regierungsrätin Susanne Schaffner: «Für die Waisen wird unbürokratisch gesorgt.»

Grosse Betroffenheit

Die Betroffenheit über das Brandereignis vom 26. November 2018 und die Hilfsbereitschaft bei der Bevölkerung sind weiterhin sehr gross. An der Gedenkfeier von letztem Samstag in der St. Ursen-Kathedrale nahmen rund 800 Menschen teil.

Auf dem für die Kinder eröffneten Spendenkonto sind bis heute rund 15‘000 Franken eingegangen. Das Geld wird den Kindern vollumfänglich zukommen und deren Zukunft finanziell unterstützen.

«Die Beiträge werden nach den gesetzlichen Bestimmungen eingesetzt», erläutert Domenika Senti von den Sozialen Diensten. Mit dem Geld könne für die Kindern z.B. Möbel oder ein Fahrrad gekauft, besondere Freizeitbeschäftigungen finanziert oder in die Ausbildung investiert werden. «Die Finanzierung des Lebensunterhaltes ist über andere Leistungserbringer gesichert», so Senti.

Verwaltet wird das Geld durch die Vormundin der Kinder. In diesem Fall ist es eine Mitarbeiterin der Sozialen Dienste. Zusätzlich wurde für die Regelung und Klärung der rechtlichen Aspekte ein Rechtsbeistand ernannt. (ldu)