Solothurn
Nach Brand-Tragödie: Waisenkinder konnten Spital verlassen ++ 15'000 Franken Spenden eingegangen

Die beiden äthiopischen Kinder, die durch die Brand-Tragödie in Solothurn zu Waisen wurden, konnten das Spital verlassen. Der Betrag aus den eingegangenen Spenden von bis heute 15‘000 Franken wird von der Vormundin zum Wohl der Kinder eingesetzt.

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Zwei Kinder konnten beim Brand im Haus an der Wengistrasse gerettet werden. Vor wenigen Tagen konnten sie das Spital verlassen.

Zwei Kinder konnten beim Brand im Haus an der Wengistrasse gerettet werden. Vor wenigen Tagen konnten sie das Spital verlassen.

Hansjörg Sahli

Nach dem Brand vom 26.November 2018 kamen drei überlebende Kinder ins Spital. Ein schwer verletztes eritreisches Kind im Schulalter verstarb zwei Tage später. Damit stieg die Opferzahl auf sieben.

Die zwei Kleinkinder des verstorbenen äthiopischen Ehepaares – eines schwer und eines mittelschwer verletzt – erholten sich im Spital. Eines davon ist das Baby, welches mit einem Wurf aus dem Fenster gerettet wurde. Nach knappen zwei Wochen in Pflege konnten die beiden das Spital verlassen, teilt die Einwohnergemeinde Solothurn mit. Medizinisch gesehen seien sie wohlauf. Über die Art der zugezogenen Verletzungen gibt es von seiten der Stadt keine weiteren Auskünfte. «Wir haben Kenntnis davon, dass die Kinder aus medizinischer Sicht gesund aus dem Spital entlassen wurden», so Domenika Senti, Leiterin der Sozialen Dienste Solothurn auf Anfrage.

Um sich von den tragischen Ereignissen zu erholen und Ruhe zu finden, wurden die Kinder in einem vertrauten Umfeld untergebracht: «Mit diesem verbindet sie nicht nur die gemeinsame Sprache, sondern auch die ihnen bekannte Kultur», heisst es in der Mitteilung weiter. Die zukünftige Unterbringung koordiniert die Vormundin eng mit dem Umfeld der Kinder und der Kindesschutzbehörde.

Es ist geplant, die beiden in einer Pflegefamilie unterzubringen. «Wir werden unbürokratisch für sie sorgen», sagte Regierungsrätin Susanne Schaffner am Samstag an der Trauerfeier für die Opfer des Brandes.

Grosse Betroffenheit

Die Betroffenheit über das Brandereignis vom 26. November 2018 und die Hilfsbereitschaft bei der Bevölkerung sind weiterhin sehr gross. An der Gedenkfeier von letztem Samstag in der St. Ursen-Kathedrale nahmen rund 800 Menschen teil.

Die Feier für die Opfer des Brandes vom 26. November 2018 fand in der St.-Ursen-Kathedrale statt
20 Bilder
Weisse Rosen als Blumenschmuck
Zudem wurden zwei Trauergedecke niedergelegt.
Rund 800 Personen kamen an die Feier
Einige brachten Rosen mit, um sie später beim Haus niederzulegen
Gedenkfeier Brandopfer
An der Feier waren auch ein orthodoxer Priester und ein Imam beteiligt.
Regierungsrätin Susanne Schaffner gibt vor der Feier Interviews
Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri
Gedenkfeier Brandopfer
Die Tonkrüge standen für die sieben Leben, die das Feuer genommen hatte
Der Chor der Nationen begleitetd die Feier musikalisch
Nach der Gedenkfeier zogen die Anwesenden zum Brand-Ort
Gedenkfeier Brandopfer
Gedenkfeier Brandopfer
 Susanne Schaffner legt weisse Rosen nieder
Gedenkfeier für Opfer des Brandes vom 26.November 2018 in Solothurn
 Kurt Fluri
Gedenkfeier Brandopfer
Gedenkfeier Brandopfer

Die Feier für die Opfer des Brandes vom 26. November 2018 fand in der St.-Ursen-Kathedrale statt

michelluethi.ch

Auf dem für die Kinder eröffneten Spendenkonto sind bis heute rund 15‘000 Franken eingegangen. Das Geld wird den Kindern vollumfänglich zukommen und deren Zukunft finanziell unterstützen.

«Die Beiträge werden nach den gesetzlichen Bestimmungen eingesetzt», erläutert Domenika Senti von den Sozialen Diensten. Mit dem Geld könne für die Kindern z.B. Möbel oder ein Fahrrad gekauft, besondere Freizeitbeschäftigungen finanziert oder in die Ausbildung investiert werden. «Die Finanzierung des Lebensunterhaltes ist über andere Leistungserbringer gesichert», so Senti.

Verwaltet wird das Geld durch die Vormundin der Kinder. In diesem Fall ist es eine Mitarbeiterin der Sozialen Dienste. Zusätzlich wurde für die Regelung und Klärung der rechtlichen Aspekte ein Rechtsbeistand ernannt. (ldu)

Das Spendenkonto

Regiobank, Solothurn

IBAN: CH75 0878 5018 4705 6912 6