«Wir studieren nicht einfach ein Repertoirestück ein, sondern schaffen mit der von Simona Ryser geschriebenen und Philipp Stampfli vertonten Geschichte Penelope’s Game ein extra für und von der Musikschule initiiertes Stück Musiktheater», erklärt Pia Bürki, Leiterin der Musikschule und des Opernprojektes. Die Idee schlug ein und viele Kinder und Jugendliche sind bereit, dafür in einer Ferienwoche das Schulhaus Hermesbühl zu besuchen, an Songs zu feilen und sich rhythmisch zu bewegen. Story und Musik sind eines, doch es braucht noch viel mehr um eine Kinderoper zu kreieren: Im Atelier Deitingen von Oskar Fluri wird am Bühnenbild gebaut, im Kindergarten Wassergasse nehmen Requisiten Formen an und im Haus Béssire werden Kostüme geschneidert.

Guter Mix ist gefragt

Im Orchester wirken Jungtalente, unterstützt von ihren Musiklehrern mit, so dass ein guter Mix entsteht und die Jugendlichen von der Orchestererfahrung profitieren. Im von Rahel Studer gecoachten Chor sind alle Altersgruppen vertreten. Den jungen Akteuren macht das Singen sichtlich Spass. Freude strahlen auch die Solisten aus. Nicolas Stark spielt und singt den Odi. «Die Chance, bei einem Opernprojekt mitzumachen ist einmalig und ich habe sie gepackt», meint der Siebzehnjährige. Das Handwerk des Schauspielers interessiert ihn und er kann sich vorstellen, in diese Richtung zu gehen. «Auch wenn ich noch nicht genau weiss, wohin der Weg führt.» Gesteht, einen Charakter zu formen falle ihm leichter als gewisse Gesangspassagen zu lernen. «Doch mein Instrument ist die Stimme...!»

«Das finde ich wundervoll»

Eva Gunti nickt. Die Gymnasiastin wurde von der Gesangslehrerin gefragt, ob sie auch mit dabei sein möchte und ergatterte mit «Penny» eine der Hauptrollen. Lili Schluep schlüpft in die Partie der Mutter und umsorgt ihre Kolleginnen. Vier Jahre älter als die «Mutter», geniesst es die 19-jährige Berit Jenni, als «Lehrerin» im Projekt mitzuwirken. Das Multitalent wurde vom Klavierlehr zum Mitmachen motiviert. «Dafür opfere ich gerne eine Ferienwoche», lächelt sie. Musiklehrerin Christine Burri beobachtet das muntere Treiben als Zuschauerin. «Eine Kinderoper zu realisieren und mit den Kids etwas zu machen, finde ich wundervoll. Die meisten hatte ich in der Musikalischen Grundschule und kenne sie seit dem Kindergarten.»

Der Opernfunke zündet

Extern hinzugezogen wurde Isabelle Freymond. Die Schauspielerin, Primarlehrerin und Regisseurin inszenierte am Theater Biel verschiedene Kinderopern. «Ich bin gewohnt, mit jungen Darstellern zu arbeiten und liebe meine verschiedenen Berufe», schmunzelt sie. Der Opernfunke zündet bei allen. Nicht zuletzt, weil die Handlung überzeugt. Simona Ryser stellt ein pubertierendes Mädchen ins Zentrum, dass sich auf dem Pausenplatz absondern und einzig für das Gamen interessiert. In der digitalen Welt erlebt sie die Abenteuer von Odysseus aus der griechischen Mythologie. Einzig Odi dringt zu ihr durch, er und Schwester Leila folgen ihr in die irreale Gamewelt. Simona Ryser trifft mit der Geschichte den Nerv der Zeit und Philipp Stampfli komponierte eine Musik, die Pop, Jazz und Klassik vereint. «Für mich war klar, dass eine Solothurner Kinderoper in Deutsch und nicht in Englisch gesungen wird», hält Pia Bürki fest. Wie gut alle Elemente zusammenpassen, kann sich das Publikum bei der Uraufführung am 25. Juni im Stadttheater überzeugen.

Weitere Vorstellungen: 26., 29. und 30. Juni. Vorverkauf: www.tobs.ch