«Das ist einfach Musik fürs Herz». So begründete die Solothurnerin Erika Fischer ihre alljährlich regelmässige Teilnahme und ihre Freude am volksmusikalischen Nachmittag «So tönt’s ar HESO». Auch Margrit und Ueli Wittwer aus Attiswil, die sich zur Fangemeinde der im Konzertsaal auftretenden Blasmusikkapelle «Lochbrünneler» aus Farnern zählen, sind seit vielen Jahren im Publikum anzutreffen. «Dieser Musikstil gefällt uns», betonten sie und wussten sich mit den vielen Besucherinnen und Besuchern einig, die schon kurz nach der Saalöffnung alle Plätze füllten und dem Anlass mit viel Applaus und Faszination folgten.

Nach einem Jahr Unterbrechung hat die Solothurner Zeitung im AZ-Medienverbund wieder zu diesem schon im Rahmen der Solothurner Herbstmesse HESO traditionellen Anlass eingeladen, der letztjährig deutlich vermisst wurde. In seinen Begrüssungsworten dankte Urs Mathys als stellvertretender Chefredaktor allen Anwesenden für ihre Treue als Leser und Abonnenten. Zehn Personen aus dieser Gruppe beschenkte er mit einer aktuellen CD des Musikers Mario Ursprung. Mathys wünschte rundum viel Genuss an diesen heimatlichen Klängen.

«So tönts a dr HESO»: Klänge und Bilder aus dem Konzertsaal

«So tönts a dr HESO»: Klänge und Bilder aus dem Konzertsaal

   

Vielfältiges Programm

Stefan Schwarz (Lommiswil), der landesweit in der Volksmusikszene bekannt ist, organisierte diese Neuauflage gemeinsam mit musikalisch versierten Partnern. Als Künstler auf dem Hackbrett – für Nicht-Eingeweihte eine Art Tisch-Harfe – erwies sich der inzwischen schon auf vielen Bühnen auftretende Appenzeller Nikolas Senn als wahrer Artist auf seinem Instrument. Seine musikalisch mit hoher technischer Präzision gespielten Beiträge wie die Ode «vom würzigsten Käse», den poetischen «Naturjodel», die «456 Stägetritt in St. Gallen», den rassigen «Czardas», seinen «Muskelkater» nach einem Voltige-Ritt auf einer Kuh, die bekannte schottische Dudelsack-Hymne und weitere virtuos gebotene Stücke bettete er als geschickter Moderator in unterhaltsame Geschichten ein.

Von Marsch bis Polka

Beifallmässig ganz aus dem Häuschen war das Publikum ebenso vom vielgestaltigen Auftritt der 15 Mitglieder der Formation «Lochbrünneler» unter der Leitung von André Christen.
Ob Marsch, Polka oder Walzer: Der Auftritt der 1980 gegründeten Formation lebte von der Federleichtigkeit des Vortrags, dem blastechnischen Können aller Register und der fein dosierten Steigerungsfähigkeit. Sogar ein bisschen Showtime und Gesang gehörten dazu.

Nicht weniger spannend und mitreissend verliefen die Auftritte des Quartetts «Öufi Ländlers» aus Bellach, die in der Zusammensetzung mit drei Schwizerörgeli und einer Bassgeige schon seit elf Jahren mit rund 40 jährlichen Auftritten unterwegs sind. Das Publikum honorierte sachkundig ihre klanglich fein austarierten Darbietungen, die vom Titel «Poscht isch do» über «Musikalische Erinnerungen» auch eine zur Begleitung vokal interpretierte Jodelkomposition und im flotten Fox-Rhythmus das Solothurnerlied einbezogen. Sein Refrain wurde im Saal lustvoll mitgesungen.

Für die Beteiligten aller Altersstufen bildete dieses Konzert «so schön wie der Herbsttag selbst» gewiss einen schwungvollen Auftakt zum anschliessenden Besuch des HESO.