Audioholics EP Fighter

Nebel verhüllt die Bühne, und das blaue Licht lässt einen nur schemenhaft erraten, dass gerade die vier Musiker von «Audioholics» aus dem Backstage der Kulturfabrik Kofmehl gekommen sind. «Ist euch auch so heiss wie mir?», begrüsst Lukas Kümin das Publikum zur Plattentaufe ihrer EP «Fighter».
(Quelle: youtube.com/Timo Salvisberg)

Audioholics – Fighter

Der Leadsänger der «Audioholics», der früher bei «Manifold» und «Damian's Music Company» gewirkt hat und aktuell auch bei «Soluna» dabei ist, freut sich über die rund hundert Gäste, die den Weg an diesem Samstagabend ins Kofmehl gefunden haben.

Die Hitze des Sommerabends scheint in der kleinen Raumbar der Kulturfabrik verdoppelt zu sein. Sie setzt dem Publikum sichtlich zu, der Schweiss läuft den Besuchern nur so über die Stirn. Zum Abkühlen wird eifrig Bier getrunken und Luft gefächert.

Einen der ersten Songs widmet Kümin allen Musikern. Er erzählt dazu Anekdoten aus dem Bandalltag. «Nach einem harten Arbeitstag gibt es nichts Schöneres, als in unser kleines, stickiges Proberäumchen zu sitzen und mit diesen drei Jungs Musik zu machen.» Deshalb nennen sie sich auch «Audioholics» - denn Musik sei die einzige Droge, die legal, frei zugänglich und erst noch gesund ist.

Mit «diesen drei Jungs» sind Schlagzeuger Timo Salvisberg (ehemals «Justbe», «Läärguet»), Gitarrist Carmine Falgetano (ehemals «Killroy») und Bassist Andreas Schwab (ehemals «Killroy», «Black Chair Blues Band») gemeint.

Im Ausgang entstanden

Auch die Gründungsgeschichte ihrer «Rocktail»-Band lässt Kümin an der Plattentaufe selbstverständlich nicht aus. Er sei zufällig im Ausgang auf den Gitarristen Falgetano gestossen. «Er sagte, er spiele Gitarre, und ich sagte, dass ich singe.» Der Schlagzeuger Salvisberg und der Bassist Schwab seien dann auch noch dazu gekommen, und so habe man vor zwei Jahren beschlossen, gemeinsam Musik zu machen.

«Offiziell gibts uns seit dem 23. Juni 2012. Damals spielten wir unseren ersten Song an einem Konzert.» Dieser erste Song, sinngetreu «First Song» genannt, wird dann auch gleich zum Besten gegeben. Trotz der erdrückenden Hitze im Raum vermögen es Kümin und die rockige Musik der «Audioholics», das Publikum aus ihren Reserven zu locken und zum Mitklatschen und Mittanzen zu motivieren.

Der Gitarrist Carmine Falgetano beweist sich als wandelbar: Neben der E-Gitarre beherrscht er auch seine umstrittene weisse Akustik-Gitarre virtuos. Als die Band ihren Standort von der Bühne ins Publikum verlegt, wird es ganz still, und die Rocker schlagen sanftere Töne an. Zu hören sind nur die akustischen Klänge der Gitarre und die Stimmen des Leadsängers und des Schlagzeugers, der sich ebenfalls als souveräner Sänger herausstellt.

Gleich nachher zeigen sich «Audioholics» aber wieder von ihrer rockigsten Seite, als sie die Songs «Fucking Violence» und «The Way» aus ihrer neuen EP vorstellen. Bei «The Way» wird dann auch ein neues Bandmitglied, der Gitarrist Jan Menth, dem Publikum präsentiert. Ihm wurde auch die Ehre zuteil, «Götti» der neuen Platte zu sein.

(Quelle: youtube.com/Timo Salvisberg)

Audioholics – Fucking Violence

Erfrischende Taufe mit Bier

«Es gibt Bands, die machen das mit Champagner - aber wie es sich für richtige Rocker gehört, machen wir's mit Bier!», leitet Kümin die eigentliche Taufe ihrer Platte ein. Bevor die CD ganz in Rockermanier mit Bier übergossen wird, dankt die Band noch den zahlreichen Leuten, die die Realisation der Platte ermöglichten. Zum Titelsong «Fighter» der EP wird die Bühne dann noch ein letztes Mal in Nebel gehüllt, bis nur noch die Silhouetten der Musiker zu erkennen sind.