Kunstmuseum Solothurn
Museumsmitarbeiter nennen ihre liebsten Stücke aus der Ausstellung «Hitzewelle»

Noch bis am 27. April wird im Kunstmuseum Solothurn eine Auswahl an Werken ausgestellt, die das Museum in den letzten Jahren erworben hat. Sechs der 15 Angestellten nennen hier ihr liebstes Objekt der Ausstellung «Hitzewelle».

Fränzi Rütti-Saner
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«Küste in der Normandie» von Otto Morach, um 1955
7 Bilder
Film «Hitzewelle» von Andrea Wolfensberger, 2003
Reto Emch ist mit «Falma1 Falma 2» vertreten
«Fussball 2000-07» von Daniela Keiser
«Frauenbildnis» von Pablo Picasso (1941)
«Dorflandschaft mit blühendem Baum» von Cuno Amiet (1905)
Ausstellung Hitzewelle im Kunstmuseum Solothurn

«Küste in der Normandie» von Otto Morach, um 1955

zvg

Zehn Jahre sind es her, dass im Kunstmuseum Solothurn letztmals Neuerwerbungen in einer Ausstellung präsentiert wurden. Unter dem Titel «Hitzewelle» wird nun eine Auswahl der Eingänge der vergangenen zehn Jahre, von 2004 bis 2013, gezeigt.

Sechs der insgesamt 15 Museumsmitarbeiter zeigen ihre liebsten Stücke dieser Schau und verraten damit auch etwas über ihre Persönlichkeit. Für Museumskurator Christoph Vögele, der seit 1998 das Museum leitet, bedeutet diese Ausstellung auch eine Art Resümee der Sammlungstätigkeit der letzten Jahre. «Es ist auch eine Art persönliche Geschichte», sagt er. Bei der Auswahl der Exponate liegt ein grosses Augenmerk auf dem Addieren, Umkreisen und Vertiefen, das in Serien, Studien und Einzelwerken auftritt.

«Hitzewelle» Bis 27. April.

Christine Kobel (59), Sekretärin

Christine Kobel (59), Sekretärin

Hanspeter Bärtschi

Sie arbeitet seit 35 Jahren in einem Teilpensum im Kunstmuseum. «Ich schätze hier vor allem auch den Kontakt zu den Künstlern. Kobel ist für alles Administrative, wie Leihverkehr, Versicherungsfragen oder Personelles im Haus zuständig. «Ich habe Alexia Walthers Video aus dem Jahr 2004, den ‹Totentanz› ausgewählt, weil mich diese Arbeit persönlich berührt. Im Jahr, als das Video entstand, starb mein Mann und wir hatten einen gleichen Hund, wie jener auf dem Video.»

Til Frentzel (48), Museumstechniker

Til Frentzel (48), Museumstechniker

Hanspeter Bärtschi

Der ausgebildete Steinbildhauer arbeitet seit zwei Jahren im Kunstmuseum. Er schätzt hier vor allem den ständigen Wechsel. «Es ist hier fast wie beim Zirkus: aufbauen und abbauen», sagt er schmunzelnd. «Ich habe die vierteilige Fotoserie ‹Skischanze› von Roman Signer ausgewählt. Sie löst bei mir ein Schmunzeln aus und stellt Fragen: Wieso soll ein Fahrzeug überhaupt fliegen und wie endet die Geschichte? Was braucht es, um Unmögliches möglich zu machen?»

Patricia Bieder (29), wissenschaftliche Assistentin

Patricia Bieder (29), wissenschaftliche Assistentin

Hanspeter Bärtschi

Sie ist seit Mai 2012 im Kunstmuseum tätig; ihre erste Assistenzstelle nach dem Studium. Bieder unterstützt den Konservator in seiner Arbeit und erarbeitet Dossiers und Unterlagen zu bestehenden und künftigen Ausstellungen. «Wir haben ein tolles Team und einen tollen Chef», lobt die Luzernerin. «Nancy Wältis ‹Absorbent› ist mein Lieblingsobjekt. Die Künstlerin gibt einem Alltagsgegenstand eine neue Form und regt damit auch einen gesellschaftspolitischen Denkprozess an.»

Diana Brunner (61), Aufsicht und Empfang

Diana Brunner (61), Aufsicht und Empfang

Hanspeter Bärtschi

Die kaufmännische Angestellte arbeitet seit 19 Jahren im 30-40-Prozent-Pensum im Kunstmuseum, «weil es der schönste Arbeitsplatz in Solothurn ist. Ich habe Kontakt mit Besuchern und Künstlern und kann meine Sprachen anwenden. Ich habe ‹die Wiese› des Künstlerduos Studer/van den Berg ausgewählt, weil es für mich etwas Nostalgisches hat, über eine Blumenwiese zu schlendern. Obwohl das alles am Computer entstanden ist, weckt es Kindheitserinnerungen.»

Regula Straumann (47), Kunstvermittlung

Regula Straumann (47), Kunstvermittlung

Hanspeter Bärtschi

Die Zürcherin arbeitet seit 12 Jahren in einem 30-Prozent-Pensum in den Bereichen Kunstvermittlung und Museumspädagogik im Kunstmuseum. «Ich freue mich an meiner Arbeit, da meine Ansprechpersonen vom Kindergartenalter bis zum Erwachsenenbildungsteilnehmer reichen.»
«Das Video ‹Stonehenge› von Alexander Hahn erinnert mich an mediterranes Leben, an eine Weite, an flirrendes Licht. Eine Idylle, die immer wieder durch Autos durchbrochen wird.»

Christian Müller (60), Registrar und technischer Dienst

Christian Müller (60), Registrar und technischer Dienst

Hanspeter Bärtschi

Müller ist für die Inventarisierung, den Leihverkehr und den Transport der Gegenstände im Haus verantwortlich. Gut die Hälfte seiner Arbeitszeit hilft er beim technischen Dienst mit. «Ich schätze, dass ich Büroarbeit und Handwerk mischen kann. Ich habe den Tisch von René Zäch ausgewählt, weil er mich zum Nachdenken bringt. Man muss bei Zäch intensiv hinschauen, dann erkennt man seine Tiefe und seinen Humor. Dieser Tisch könnte nachts im Museum umherwandeln.»