Naturmuseum Solothurn
Museumsleiter Thomas Briner warb für das im Umbruch befindliche Haus

Das Naturmuseum Solothurn wird nach den Erneuerungsarbeiten ein Familienmuseum bleiben. Das betonte Museumsleiter Thomas Briner an einem Abend der offenen Tür.

Katharina Arni-Howald
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Nicht jeder Fuchs ist auf Turnschuhe aus – aber in Solothurn war dies schon der Fall.

Nicht jeder Fuchs ist auf Turnschuhe aus – aber in Solothurn war dies schon der Fall.

Andreas Kaufmann

Ein ebenso offenes Foyer mit einer Leseecke und viel Platz für Workshops und andere Veranstaltungen werden inskünftig den Blick der Besucher auf sich ziehen, wenn sie das Museum betreten. Doch Blickpunkt Nummer eins wird zweifellos Bär Urs sein, der zu Lebzeiten dem Solothurner Tierfreund und Bildhauer Urs Eggenschwiler gehörte und von diesem der Stadt Solothurn vermacht wurde.

Bär Urs, im Bärengraben in Bern untergebracht, war im Alter ein brummiger Herr geworden, der nicht mit sich spassen liess und dessen Leben zuletzt seiner zänkischen Launen wegen gewaltsam beendet werden musste. Nun darf er die Besucher auf einem speziell für ihn angefertigten Podest quasi als Hausherr begrüssen und gar gestreichelt werden. Überhaupt werden in Zukunft Berührungen im neu gestalteten Museum eine wichtige Rolle spielen, was vor allem die Kinder freut, die den Kontakt zur Natur zudem über Spielstationen und Hörspiele herstellen können.

Thomas Briner freute sich nicht nur über das zahlreich erschienene Publikum, sondern machte in einem leidenschaftlichen Plädoyer Werbung für die Neugestaltung im Erdgeschoss und die dort untergebrachten Säugetiere, die zurzeit ins Museum zurückkehren (wir berichteten). Seinen Platz bezogen hatte bereits der Stadtfuchs, der vom Naturmuseum vor fünf Jahren in einer Sonderausstellung thematisiert wurde. «Der Turnschuh, den der Jungfuchs im Mund hält, ist Diebesgut aus Solothurn», machte Briner auf die Thematik der neuen Stadtbewohner aufmerksam, die nicht nur, meist unbemerkt, in unserer Nähe leben, sondern auch unsere Güter zu den ihren machen.

Was alles neu wird

Einen ersten Blick konnten die Besucher des Museums auch in einen nachgebildeten Maulwurfgang werfen. Auf derartige Dioramen oder Nachbildungen von Lebensräumen wird man in der neu gestalteten Dauerausstellung noch öfter stossen. Dasselbe gilt für die zahlreichen Lichtkästen, für die auch die Fenster zusätzlich mit einbezogen werden. Beides gehört heute zu einer modernen Museumsgestaltung und wird auch dem Naturmuseum Solothurn als Anziehungspunkt neuen Auftrieb verleihen.

Noch wartet das feingliedrige Skelett eines Mäuschens auf die Gegenüberstellung mit dem Skelett eines stattlichen Hirsches. «Der Körperbau dieser beiden Säugetiere ist faszinierend, aber oft wird vergessen, dass zwei Drittel der Säugetiere weniger als ein Kilo wiegen», machte Briner auf einen weiteren thematischen Schwerpunkt aufmerksam.

Über die verschiedenen Etappen der Erneuerungsarbeiten im Erdgeschoss informierte eine aufschlussreiche Diaschau. Noch mehr zu sehen geben wird es an der Vernissage am 29. November.