Solothurn

Museum Enter entführt auf eine Reise durch die Geschichte der Elektronik

Handy anno dazumal: Museumsleiterin Violetta Vitacca mit einem Natel A. Bild: Hanspeter Bärtschi

Handy anno dazumal: Museumsleiterin Violetta Vitacca mit einem Natel A. Bild: Hanspeter Bärtschi

Im Museum «Enter» in Solothurn findet man Computer, Radios, Natels – vieles, das erst noch hochmodern war.

Wenn man sich einen typischen Leiter eines Museums für Computer und Unterhaltungselektronik vorstellt, denkt man wohl an etwas verstaubte «Nerds» in alten T-Shirts mit grossen Brillen. Doch weit gefehlt im Falle des Museums «Enter» in Solothurn! Die Leitung des Museums wird nämlich von einer modisch gekleideten jungen Frau verantwortet: Violetta Vitacca. Die gelernte Betriebswirtschafterin schmunzelt: Ja, sie lerne noch täglich viel über das Funktionieren von neuen Objekten.

Aber auch sonst sei das Museum Enter nicht nur für «Nerds» da. «Die Besucher sind nur etwa zur Hälfte Computer- oder Radiofreaks. Die andere Hälfte sind Familien, Touristen, allgemeine Gruppen», meint Vitacca. Besonders für Kinder und Jugendliche sei das Museum toll, da man fast alle der insgesamt 10'000 ausgestellten Objekte anfassen und bedienen darf. Aber auch ältere Menschen hätten häufig Freude, da alle mindestens ein Gerät aus der eigenen Jugend wiederfinden würden. «Das Museum bietet wirklich eine Zeitreise durch die eigene Geschichte», findet Vitacca.

Ein Highlight ist der Apple 1, sozusagen der erste PC der Welt. Ihn darf man nicht anfassen, er ist in einer Vitrine gesichert zu sehen. Weltweit gebe es weniger als zehn Geräte dieser Art, wird das begründet.

Im Museum sind grösstenteils nicht Geräte internationaler Hersteller ausgestellt, sondern viele Apparate, die in der Region Solothurn entwickelt und produziert wurden. Der lokale Bezug sei im Museum sehr wichtig, betont Vitacca. Geräte der Scintilla AG, von Autophon oder Super Computing Systeme von Anton Gunzinger sind ausgestellt. Auch den ersten Radiosender der Schweiz kann man bewundern. Die Sammlung habe eine hohe gesellschaftliche Relevanz, ist Vitacca überzeugt, denn sie zeige, wie sich die Technik entwickelt habe. Das älteste ausgestellte Gerät? Wohl der Abakus, ein Rechenschieber, der zirka tausendjährig ist. Das modernste Objekt ist der neuste Computer von Apple. Die Gegenstände stammen grösstenteils aus Sammlungen von verschiedenen Stiftungsgründern und von Privatpersonen.

Die unzähligen Geräte bekommen bald ein neues Zuhause, erwähnt Vitacca noch: Weil die RBS einen grösseren Bahnsteig braucht, wird ein neuer Bau für das Museum entstehen, ein «neues Wahrzeichen mit internationaler Ausstrahlung» soll es werden. Ein mehrstöckiger Bau ist geplant, weiterhin neben den Gleisen.

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