Zum 15. Mal versammelte sich das Who-is-who der Schweizer Mundartszene in der Kulturfabrik Kofmehl und brachte die Anwesenden zum Schmunzeln, Lachen, Klatschen und Spass haben. Der Saal war proppenvoll und das Publikum in bester Laune. Aus allen Richtungen waren die elf Sprachpoeten und Sprachakrobatinnen – nur eine Woche nach der Kulturnacht – zur Mundartnacht «GägäWärt» angereist.

Die einen prägten den erstmals ausserhalb der kommenden Literaturtage stehenden Anlass unter dem Motto «Alte-Neue» zum ersten Mal, andere kannten sich auf der Bühne im Kofmehl bereits aus. Ob alt oder neu, sie alle hatten etwas gemeinsam: sie verblüfften die Mundartfans mit Sprachwitz, Humor, sprachlicher Gewandtheit und hervorragend gesetzten Pointen.

Zum Dauergast des Sprechspektakels gehörte der Poetry-Slam-Poet und zurzeit meistübersetzte Schriftsteller Pedro Lenz. Mit seiner brillanten und ungekünstelten Alltagsprache verführte er das Publikum in die simple Welt eines Gourmets der «Gschwellti» mag.

Dass er zu den besten schweizerischen Slam Poeten gehört, bewies auch der Oltner Kilian Ziegler. Begleitet vom Pianisten Samuel Blatter begeisterte er durch seine geistreichen Wortspiele und trockenen Sprüche.

Scharfsinn, Humor und ein bisschen Klamauk sind auch das Markenzeichen vom Deitinger Dülü Dubach. Seine ausgefallenen Mundartlieder und musikalischen Alltagsgeschichten bringen die Solothurner seit Jahren zum Lachen.

Von Bern bis St. Gallen

Zu Gast auch die Gewinnerin des Swiss Comedy Awards 2016, Lisa Brunner, die mit ihrem feinen Gespür für die Sprache, ihrer wunderschönen Stimme und ihrem fröhlichen Gemüt im Kofmehl die Sonne aufgehen liess. Herrlich, wie sie es verstand, mit dem Publikum einen kleinen Chor zusammenzustellen.

Mit viel Humor und Selbstironie brachte der Secondo-Komödiant Johnny Burn die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Schweizern und Ausländern ans Licht. Einen feinen Sinn für die Sprache bewies der Wortkünstler und Kabarettist Renato Kaiser, der mit seiner St.-Galler-Mundart in Solothurn ein Zeichen setzte.

Ein Highlight war der Burgdorfer Remo Zumstein, der vor 10 Jahren zum ersten Mal die Kleinkunstbühne am «GägäWärt» betrat und mit seinem währschaften und melodiösen Berndeutsch auf herrliche Art und Weise mit der Sprache jonglierte. Dies tat auch das Obwaldner Duo LedermannWernli, das mit viel Komik, Wortwitz, Sound und Songs Geschichten erzählte.

Hassliebe zu Zürich

Von ihrer Hassliebe zu Zürich berichtete in Form von Slam Poetry Marguerite Meyer, die sich als Redaktorin und Journalistin für eine bessere Vertretung der Frauen in der literarischen Vortragskunst einsetzt. Das tut not, waren doch von den elf Wortkünstlern ledig-lich drei Frauen.

Laut und stark trat das Thurgauer Duo Laut&Stark auf, das sich aus der Slam Poetin Martina Hügi und dem Kabarettisten Jan Rutishauser zusammensetzt und mit bissig-pointiertem und teilweise staubtrockenem Humor zum Nachdenken anregte.

Last but not least war da die Zürcherin Sibylle Aeberli, die als Frontfrau temperamentvoll durch den Abend führte und am Schluss im Kofmehl zeigte, dass sie als Sängerin und Gitarristin ebenfalls zum Kreis der Mundartkünstler gehört.

Radio DRS1 überträgt die Mundartnacht am 17. Mai, 20 Uhr, in der Sendung «Spasspartout».