Konzertsaal
«Mozart soll nicht als uniformer Sound wahrgenommen werden»

Seit über 25 Jahren treten Gertrud Schneider (Schnottwil) und Tomas Bächli (Berlin) als Klavierduo auf. Am Freitag und Samstag spielen sie im Konzertsaal Mozart – für Kinder und Erwachsene.

Fränzi Rütti-Saner
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Gertrud Schneider tritt zusammen mit ihrem Duo-Partner auf.

Gertrud Schneider tritt zusammen mit ihrem Duo-Partner auf.

Oliver Menge

Sie führen mit Ihrem Duo-Partner Tomas Bächli ein Kinderkonzert mit Animation durch? Braucht es «Animation», um Kinder für klassische Musik begeistern zu können?

Gertrud Schneider: Mozart war, nicht nur in seinen Opern, ein Theatergenie. Wir möchten für die jungen Zuhörer – und nicht nur für sie – das im Doppelkonzert für zwei Klaviere und Orchester versteckte Theater erlebbar machen. Schlüsselmomente dieser Musik werden in Spiele umgesetzt.

Was können Sie zum Konzertprogramm verraten. Warum Mozart?

Diese Musik ist uns wichtig, weil für viele Ohren Mozarts Musik nur noch als uniformer Sound («Klassik») wahrgenommen wird.

Sind heute seltener jüngere Zuschauer in klassischen Konzerten anzutreffen als früher? Ausgebildet werden ja eigentlich viele.

Vielleicht haben Symphoniekonzerte und Opernpremieren als Statussymbol an Wert verloren. Dennoch sind wir als Musiker nicht pessimistisch: die wichtigen Werke der Klassik, der Romantik und der Moderne sind Beispiele für Intelligenz und Kreativität des Menschen. Aufgeweckte Menschen werden sich immer wieder dafür interessieren. Vielleicht wird sich die Form der Darbietung verändern. Wenn sich der Musikbetrieb erneuern soll, muss er sich dabei an den Bedürfnissen der Hörer und der aufgeführten Werke orientieren. Diese Erneuerung sollte sich nicht auf Oberflächlichkeiten beschränken.

Am Freitag spielen Sie schon für die «Grossen» zusammen mit dem Stadtorchester Solothurn. Wie kam die Programmauswahl zustande?

Mozarts Konzert für zwei Klaviere und Orchester in Es-Dur KV 365 ist zweifelhaft das bedeutendste Werk für zwei Klaviere. Daneben führen wir seltener gehörte Werke auf, die sowohl in einer Fassung für vierhändiges Klavier als auch in einer Fassung für Orchester existieren: Debussys «Prélude à l’après-midi d’un faune», Bizets «Jeux ...» – eine Form der Wiederholung, die nicht didaktisch wirken wird.

Wie übt man Vier-Hände-Stücke. Vor allem, wenn Musiker – wie im Flyer angetönt – gegensätzliche musikalische Auffassungen haben.

Wenn zwei Musiker zusammenspielen, hat jeder seinen persönlichen Hintergrund. Daraus entsteht Neues. Vierhändiges Klavierspiel ist eine Form des Zusammenspiels. Wir proben ohne technische Hilfsmittel: mal in Berlin oder in der Schweiz.

Freitag, 22.März. Konzert mit Stadtorchester Solothurn 20 Uhr; Kinderkonzert Samstag 14 Uhr. Beides Konzertsaal.

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