Stadtbummel Solothurn

Mord an der Aare and more «tadella»

Christof Gasser hat einen weiteren Krimi über Solothurn geschrieben.

Mörderisch viel Publicity bringen Krimis dem jeweiligen Tatort. Donna Leon sorgt dafür, dass jede Venedig-Reisende um die Ecke Commissario Brunetti zu erkennen glaubt, Inspector Bruno lockt massenhaft Touris ins zwar etwas abgelegene, aber pittoreske Perigord. Und Solothurn? Wir haben Christof Gasser. Gut, zuletzt liess er noch im Schwarzbubenland morden und ermitteln. Dominik Dornach gehört aber trotz seines Namens nach Solothurn. Und die fesche Angela Casagrande sowieso. Wir warten nur noch darauf, wer eher eine Spezialführung zu Gassers Protagonisten anbietet – Marie Christine-Egger, verkleidet als Angela Casagrande, oder die grosse Konkurrenz vom Tourist Office? Konkurrenz belebt das Geschäft – sogar das um Mordopfer.

«Mordor» heisst das Land des Bösen in der Fantasy-Welt von «Herr der Ringe». SP-Gemeinderat Matthias Anderegg sieht dieses offenbar glasklar bei einer privilegierten Stadtbevölkerung. So giftet er in der neuesten Ausgabe des SP-Blettlis «Transparent»: «Die zweitwohnungsbesitzenden ‹Steingrübeler› oder ‹Steinbrüggler› mit ihren grossen Gärten rund um ihre Häuser verstehen die Wichtigkeit des öffentlichen Raumes in stark verdichteten Quartieren leider oft zu wenig.» Verstehen sie sehr wohl: Unseres Wissens sorgte genau so ein zweitwohnungsbesitzender «Steingrübeler» (Name der Redaktion bekannt) dafür, dass wir im öffentlichen Raum eine Kulturfabrik Kofmehl und eine Seilbahn auf den Weissenstein haben. Beides eine Nummer grösser als das liebe Lusthüsli in der Weststadt, werter Genosse!

Mortadella ist fett und deshalb mörderisch ungesund. Aber so etwas von fein. Und nachdem mit Manor Mortadella Food die Hauptversorgungsquelle für das originale Schweinefleischerzeugnis aus bella Italia verschwunden ist, wird guter Rat teuer. Wir haben ihn: Schauen Sie mal bei Angelo in der Barfüssergasse vorbei. Dort gibt es mehr als nur feine Pasta. Fast Basta! Doch nun noch das ...

«Mörderlig» klingt in unseren Ohren das Wort Fronleichnam. Hat auch mit einem Mordopfer zu tun. Jesus war klar Opfer eines Justizmordes. Doch lassen wir das. Heute ist Fronleichnam in Solothurn nur noch eine Randerscheinung. Noch vor 50 Jahren war das ganz anders. Tausende feierten auf dem Amtshausplatz und zogen über die gesperrte Werkhofstrasse Richtung St. Ursen. Eigentliche schade, gibt es eine Prozession dieser Art nicht mehr: Wir hätten gestern wohl einige Hotelübernachtungen von «Touris» gehabt, die wegen des Schauspiels angereist wären. So gesehen hat ein Mord halt immer auch seine positiven Seiten – jetzt mal abgesehen vom oben erwähnten Rufmord.

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