«Im Moment geht es uns sehr gut.» Zitat Finanzverwalter Reto Notter. Nur, der «Moment» dauert schon ein bisschen länger. Seit der Zeitenwende im Jahr 2000 kennen die Stadtfinanzen nur eine Richtung: aufwärts. Auf gut 100 Mio. Franken beliefen sich die Ertragsüberschüsse seither, nun sind nochmals gut 8 Mio. dazugekommen. Ginge es in diesem Stil weiter – und nichts deutet auf eine Änderung hin – «müssten» wir in den nächsten zehn Jahren wohl mit weiteren 50 oder mehr Millionen rechnen, die als Überschuss in die Stadtkasse fliessen.

Solothurn kann sie brauchen. Grosse Aufgaben wie die Stadtmist-Sanierung stehen an. Oder die Wundertüten Pensionskasse und Tiefsteuerstrategie. Andererseits sind Investitionspakete für vier Jahre bereits vorfinanziert, und man könnte auch noch vom zusätzlichen Eigenkapital, dotiert mit 30 Mio. Franken, zehren.

Mit dem neuerlichen Überschuss wird aber auch der Trend einer anderen Kenngrösse nicht nur bestätigt, sondern geradezu zementiert: Der Steuerfuss befindet sich seit über zehn Jahren in einer zwar zögerlichen, aber eindeutigen Abwärtsspirale. Das ist gut so. Nun, nach zwei Steuersenkungen in Folge, kann durchaus ein Marschhalt eingelegt werden.
Aber man braucht kein Hellseher zu sein: Nächstes Jahr um diese Zeit sind wir wieder exakt am selben Punkt.

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