Wer in Solothurn in den zwei älteren Parkhäusern parkieren will, muss schlank sein, genau einparkieren können und ein nicht all zu breites Auto lenken. Denn diese sind breiter geworden - die Parkfelder jedoch nicht.

«Die Problematik ist bekannt», räumt Niklaus Studer, VR-Präsident der Parking AG Solothurn, ein. Speziell grössere Geländefahrzeuge sieht er als Verursacher der Misere - «wir haben deshalb begonnen, Mieter mit solchen Autos ins Parkhaus Berntor zu verlegen, wo die Platzverhältnisse viel komfortabler sind.»

Daneben beobachtet der Herr über Solothurns 1288 unterirdische Parkplätze viel Disziplinlosigkeit bei den Parkhaus-Besuchern: Frauen-Parkplätze werden auch von Männern benützt, parkiert wird so, dass ohne Rücksicht auf andere das Auto optimal steht, «ja ein Mieter mit einem grösseren Wagen stellt diesen regelmässig auf zwei Feldern ab.»

Was nach mehrmaliger Ermahnung dazu führen könnte, dass dem renitenten Lenker der Mietvertrag gekündigt wird.

Aus drei mach zwei?

Das Thema wird bei der Parking AG durchaus ernst genommen - in der Diskussion stehen XXL-Parkplätze wie beispielsweise im Ladendorf Langendorf.

Doch seien die Möglichkeiten in den Parkhäusern beschränkt, «wir können nicht einfach Säulen entfernen, die für die Statik unabdingbar sind», erklärt Niklaus Studer. Geprüft werde jedoch, weniger, aber breitere Parkplätze zu realisieren.

«Doch das verursacht Mindereinnahmen oder höhere Kosten für die Parkhausbenützer und führt zu weniger Parkplatzkapazitäten. Das zieht einen Rattenschwanz von Problemen mit sich.»

Einen Ausbau des Parkhauses Baseltor mit breiteren Parkfeldern, wie vor einigen Jahren von den Stadtbehörden angedacht, sieht Studer nicht als Lösung - «verbreitern der Felder im bestehenden Parkhaus ist viel billiger.»

Zu enge Parkplätze in den älteren Parkhäusern der Stadt Solothurn

Zu enge Parkhäuser

Und so wälzt André Daumüller, Betriebsleiter der Parking AG, derzeit Pläne, wie der Parkierkomfort verbessert werden könnte. «Im Baseltor muss ohnehin wegen ständigen Wasserlachen der Boden erneuert werden.» Dabei stehe jedoch nicht nur Gussasphalt oder Zement als Belag zur Diskussion, sondern auch die Parkfeldgrösse.

«Wir haben mehrere Varianten ausgearbeitet. Wenn wir im vierten Stockwerk aus jeweils drei noch zwei Parkfelder machen und das auf dem ganzen Parkdeck umsetzen verlieren wir von 115 Plätzen 37 und hätten noch 78.

Mit nur einem Drittel der Gesamtfläche bleiben noch 101, bei der Hälfte noch 95 oder 20 Parkfelder weniger als bisher», rechnet Daumüller vor, der such aber eine Reduktion über alle Geschosse wegen des massiven Kapazitäts- und Einnahmenverlusts nicht vorstellen kann. Entschieden sei aber noch nichts, darüber befinden werde demnächst der Verwaltungsrat der Parking AG.

Aussteigen verursacht Schäden

Dank Videoüberwachung weiss die Parking AG stets, was auf den Parkdecks abgeht. Niklaus Studer sieht aber keine Zunahme von Parkier-Zwischenfällen. Rolf Hug, Geschäftsführer der Carosserie Hug AG in Zuchwil, ergänzt: «Für mich als Automobilisten ist es eine Qual, dass die Parkplätze nicht breiter wurden, die Fahrzeuge dagegen schon.»

Als Reparateur meint er: «Es ist immer mehr Technik in den Autos. Es gibt auch Einparkhilfen wie eine Parkdistanz-Kontrolle, die reagiert, sobald man zu nahe an ein Hindernis gerät. Das hilft auch bei engsten Parkplätzen sehr - aber nur beim Einparkieren.»

Parkschäden hätten in den letzten Jahren sicher nicht abgenommen, «gerade weil beim Aussteigen viele Schäden entstehen».

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